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Der Kaiser war sauber!
Der Nachteil (oder auch Vorteil) an der Rückkehr in die Arbeitswelt ist ja, dass man das Weltgeschehen manchmal nur sehr verzögert mitbekommt. Wobei ich immer noch nicht verstehe, warum Todesmitteilungen als Eilmeldungen getickert werden müssen. Die Person wird es sich ja kaum anders überlegen. Am Ende geht es ja nur darum, wer die Meldung als Erstes hatte. Modernes Aasgeiertum.
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Der Tag beginnt mit einem Hupnkonzert der Bauern auf der Umgehungsstraße. Ich bin zu müde, um mich aufzuregen. Stattdessen nehme ich zur Kenntnis, dass der Kundenbesuch dank der GDL doch nichts wird. Auch dafür fehlt es mir an Elan für einen emotionalen Ausbruch. Seit der Pandemie begegne ich immer öfter publiken Ereignissen mit Gleichgültigkeit. Fühlt sich falsch an, ist es vermutlich auch. Aber ich investiere lieber die Kraft in Ereignisse, die ich beeinflussen kann.
Ansonsten war es ein entspannter erster Arbeitstag, ein paar Gespräche und einige Mails beantworten. Der Abstand tat mir gut, ich fühle mich ausgewogen und habe Lust, was zu bewegen. Der Kalender ist für diese Woche auch gut gefüllt, das ist aber ok. Mir ist es lieber, wenn was los ist und man nicht der Musik mühevoll hinterherlaufen muss, damit etwas passiert.
Back to the function
Mit dem heutigen Tag endet das süße Urlaubsparadies, ab morgen wird wieder beraten. Die Anzahl der aufgelaufenen Todos ist erfreulicherweise übersichtlich, oftmals genügen eine Reaktion und gutes Zureden. Manchmal kann es doch so einfach sein. Mittwoch und Donnerstag steht ein Kundenbesuch in Hessen an. Nachdem ich Mitte November mit Corona zurück kehrte und unschönerweise die Familie mit ansteckte, bin ich dort nicht mehr gewesen.
Tröstlich ist, dass der neue Bürostuhl sehr bequem ist. Nach dem Aufbau saßen am Freitag wir alle drei Probe, der Sohn hätte das Möbelstück gleich gerne für sich reklamiert. Die Nackenstütze ist allerdings für Menschen konstruiert, die nicht von meinem Wuchs sind. So werde ich nur beim zurückgelehnten Sinnieren die Funktion genießen können. Die Stütze für die Lendenwirbel ist allerdings in der höchsten Stufe perfekt.
Für den übrig gebliebenen Raclettekäse hat sich eine sehr erfreuliche Verwendung ergeben, die Liebste macht daraus Grilled Cheese-Sandwiches. Für mich ist das ein reverse-engineered Ofenkäse, was die Sache umso großartiger macht. Man kann nie genug Käse in ein Essen integrieren. Die Liebste war es auch, die mich im Urlaub mit einer Aussage etwas erschrak, im Urlaub spräche ich über ganz andere Dinge, sie möge das sehr. Es muss also 2024 ein Ziel sein, besseren Ausgleich zu finden und zu leben.
Währenddessen zeichnen sich schon erste Rückzugsspuren des Schnees auf, bis Mittwoch wäre mir ein Verschwinden sehr recht, denn ich möchte ungern auf der Geschäftsreise mit dem Zeug konfrontiert sein. Allerdings ist dann auch die Frage, was die GDL machen wird bzw. was deren Mitglieder möglicherweise unter der Woche an Arbeit unterlassen. Nur nicht stressen lassen muss die Devise lauten. Und damit auf in das Arbeitsjahr 2024.
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Zuverlässig ist das Wetter, wenn es das Gegenteil vom Erwarteten vollbringt. Zwei Wochen nachdem wir alle uns über weiße Weihnachten gefreut hätten, bekommen wir die volle Packung Schnee. Unnötig, denn jetzt muss man allerorts arbeiten und reisen. Oder Faslamswagen bauen. Mal ganz abgesehen von den Hochwassergebieten, die sich sicherlich Gedanken um die Schneeschmelze machen. Denn das wird die Lage nochmals dramatisch verschärfen. Hier ist trotz der Nachbarschaft zur Elbe noch einigermaßen Entspannung, einige Keller liefen voll. Hoffen wir, dass es so bleibt.
Stuhlgeschichten
Am vorletzten Arbeitstag 2023 ging mein bisheriger Bürostuhl zu Bruch, was timing-mäßig kein Dramaturg sich hätte besser ausdenken können. Den letzten Tag bestritt ich auf einem Modell der alten Esszimmer-Kultur: rustikal, nicht vollends bequem. Dieser eine Tag hatte gereicht, dass ich eine Neuanschaffung ins Auge fasste.
Nachdem ich das Problem fast den ganzen Urlaub über aussaß (höhö), habe ich vorgestern geordert und in der nächsten Stunde wird der Nachfolger da sein. Preisgünstig und angeblich doch wohltuend für alle Wirbel, zudem mit einer Nackenstütze. Da ich aber bisher in regelmäßigen Abständen alle Stühle klein kriegte, gehe ich davon aus, dass auch das Modell mich wohl maximal 3-4 Jahre begleiten wird. Ein Stehschreibtisch wäre eine Alternative, aber das ist vom Platz her nicht drin und ich will kein absurd kleines Modell, auf dass nicht mal der Monitor passt. Homeoffice ist doch manchmal eine Plage.