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Uhus und Eichhörnchen
Uhus. Eichhörnchen. Ähnlicher als man denken mag.
Liest sich auf dem ersten Blick schräg, aber wenn man länger darüber nachdenkt (was ich tue), liegt in dem Stilmittel der Fabel viel Lehrreiches. Genauso auch die Ermutigung, andere Perspektiven einzunehmen oder diese zumindest in Betracht zu ziehen. Die Fabel weist in ihrer Analogie auf einen Umstand hin, aus dem die Leser:innen dann ihre Schlüsse ziehen mögen.
Das Gute: Man kann sich mit dem Nachdenken Zeit lassen. Oder die Erkenntnisse mit anderen Einflüssen verheiraten. Man geht aber immer klüger aus der Auseinandersetzung mit der Fabel. Auch wenn es eben dauert.
Sonntag, spätes Frühstück mit Tee und dazu Jazz. Parallel habe ich das MacBook Pro der Liebsten grundsaniert. Ein Tag, der einfach dem Sein gewidmet ist - ohne klares Ziel, aber mit innerer Gelassenheit. Ich mag solche Tage sehr und würde mir mehr von dieser Leichtigkeit wünschen.
Der IRC-Channel ist jetzt ein Server - dank Robert. Björn, Jan und Martin sind natürlich dabei und vorhin kam Massimo auch dazu. Ich bin sehr dankbar für diese Konstante, die sich in den letzten Wochen gebildet hat. Jetzt muss nur noch Hulot erscheinen und die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen ist komplett. Was für ein Setup.
Ich bin also intolerant
Und für Verbote bin ich auch. Und früher hätte ich ja viel interessanteres Zeug geschrieben. Den Ball flach halten sollte ich auch besser. KI ist eh da und wir sollten uns nicht so anstellen.
Das ist die eine Seite der Zusammenschau an Reaktionen auf meinen Beitrag. Und wenn ich das lese, frage ich mich, ob ich so missverständlich geschrieben habe oder ob man meine Aussagen missverstehen möchte. Weil es das eigene Weltbild piekst. Da sind wir aber beim Kern der Sache: Es gibt in der Realität nicht nur 0 und 1, sondern auch die Zwischentöne. Damit ich nochmals meine Intention darlege und ich nicht missverstanden werden kann, hier im Schnelldurchlauf:
- Ich habe nichts gegen KI. Ich kritisiere nur, wie unreflektiert sie verwendet wird.
- Ich habe nichts gegen einen punktuellen Einsatz von KI. Es ist nur sehr bescheiden, wenn ganze Blogs oder Artikel komplett der KI entstammen.
- Solche komplett generierten Artikel habe ich kritisiert.
- Ich habe mitgeteilt, dass ich solche Artikel nicht mehr lesen möchte. Ein Verbot habe ich nicht gefordert.
- Aus der Beobachtung, dass viele Menschen ähnlich wie ich denken, habe ich die marktwirtschaftliche Perspektive auf Angebot und Nachfrage eingebracht.
- Marktwirtschaft basiert auf freien Entscheidungen, nicht auf Verboten.
Um das Ganze mal in ein Beispiel zu gießen: Wenn ich im Supermarkt beim Lebensmitteleinkauf Produkt A nicht mehr kaufe, weil mich die Qualität nicht überzeugt, ist das ja auch keine Intoleranz. Genau so verhält es sich mit Blogs. Eure Meinungsfreiheit wird 0,0 beschnitten, wenn ich eure Blogs nicht mehr lese. Andererseits gibt es für mich auch keine staatsbürgerliche Verpflichtung, bestimmte Inhalte lesen zu müssen - besonders wenn sie ohne Mehrwert sind. Freiheit bedeutet übrigens auch, sich bewusst gegen etwas zu entscheiden oder es zu lassen.
Ich finde es gelinde gesagt traurig, dass nur noch in Kontroversen gedacht wird und man eine solche Äußerung gerne zum Skandalon erhebt, um dann irgendwelche Zustände beklagen zu können und dann die Backlinks einsammeln zu dürfen. Dann aber zugleich den Verfall gesellschaftlichen Zusammenhalts zu beklagen und zu tun, als wäre die andere Seite schuld daran, ist an Bigotterie nicht zu überbieten. Wir machen Blogs und ringen nicht um den Frankfurter Buchpreis. Vielleicht sollten Andere auch mal den Ball flach halten. Und Artikel dem Sinn nach lesen, bevor man mit Schaum vorm Mund haarscharf vorbei zielende Repliken verfasst.
Niemand braucht AI-Slop
Nachdem ich vorgestern ja die Frage stellte, ob wir Bloggenden denn müde seien, habe ich gestern Abend und heute Vormittag mittelschwere Blutstürze bekommen (meine Follower auf Mastodon bekamen das in erster Reihe mit). Der Hintergrund war, dass ich über Rivva einen Artikel eines Bloggers entdeckte, den ich bisher als reflektierten und vor allem selbstständig denkenden Menschen wahrnahm. In einer gewissen Erwartungshaltung (auch in Bezug auf das Thema) öffnete ich also den Link und wurde gleich durch das AI-generierte Titelbild auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Als ich dann den Text durchscrollte, wurde ich wütend.
Denn es handelte sich um eine mehr oder weniger lieblos zusammen geworfene Struktur von zehn Punkten, die sehr erkennbar in AI gefiltert und formuliert wurden. Nichts daran war originell oder lösungsorientiert, sondern einfach nur eine Anhäufung von inhaltlichen Plattitüden. Mich hat es wütend gemacht, weil ich in diesem Moment meine Aufmerksamkeit einem Produkt widmen wollte, was offenkundig nicht ansatzweise belastbar ist. Es ist ganz einfach: Ich lese Blogs nicht, weil ich KI-generierte Texte konsumieren möchte. Wenn das der Fall ist, öffne ich die Seite einer KI und generiere mir diese Inhalte. Wenn ich ein Blog öffne, erwarte ich Inhalte einer bloggenden Person. Die sich Gedanken gemacht hat und diese mitteilt. Gleich ob strukturiert oder aus dem Affekt heraus. Denn dafür gebe ich meine Lebenszeit und Aufmerksamkeit her. Also wäre es doch nur fair, wenn Invest und Produkt in einer gewissen Relation von Werten stehen.
Wer sein Blog für solche Slops verwendet, macht nichts Anderes als wenn sie oder er KI-Grütze auf Social Media veröffentlicht. Das führt Menschen in die Irre, stiehlt ihre Ressourcen und sorgt nur für Unmut. Gerade dann, wenn man sich einer Historie in Blogger-Jahren rühmt. Wenn trotzdem solcher Slop veröffentlicht wird, muss ich annehmen, dass einem die Leserschaft egal ist. Und dann ist für mich das Resultat, dass mir diese Blogs egal sind. Weil mir meine Ressourcen zu wertvoll sind.