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Der September und ich
Mal wieder lange nichts passiert hier. Das lag an einem sehr bewegten Monat, in dem ein anstrengender Kommunalwahlkampf endete, ich eine Woche krank war, trotzdem viel arbeitete, mir dann einen Muskel an einer blödestmöglichen Stelle zerrte und dann tagelang flach lag. Zusätzlich die große Erschöpfung der letzten Monate absorbieren und dann der Nervenkrimi über den Ausgang der Wahl. Mit einem schlechten persönlichen Ergebnis für mich, aber dennoch der Wahl in den Stadtrat dank des Listenplatzes.
In knapp vier Wochen bin ich also für fünf Jahre Ratsherr und werde Entscheidungen über die Zunkuft der Kommune politisch debattieren und mitbeschließen. Das zu schreiben und diese Gewissheit in mir zu tragen ist immer noch eine sehr surreale Empfindung. Demut vor der Verantwortung und der Wille, diese Arbeit deswegen so gut wie möglich zu machen durchströmen mich. Und ich trage eine große Vorfreude in mir, endlich loslegen zu können.
Deswegen war der September doch besser, als er sich anfühlte.
Limonade?
Der leichte Sonntag und eine gefüllte Tüte Brötchen im Gepäck sind wir auf dem Heimweg durchs Dorf, als uns schon ein hohes “Limonade” entgegen gerufen wird. Hinter einem Stand, der dem amerikanischen Klischee entliehen ist, stehen zwei Mädchen. Zum Fahrradkonzert wittern sie die Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzubessern. Als wir näher kommen, fragt die Größere der beiden, ob wir denn Limonade kaufen mögen. Bedauernd entgegne ich, dass ich kein Kleingeld in der Tasche hätte. Aber da weiß die findige Geschäftsfrau natürlich Rat, auch per PayPal würde man Zahlungen entgegen nehmen.
Und so scanne ich den QR-Code und zahle digital, die Liebste und ich erhalten je einen kleinen Becher. Gefüllt werden diese mit einem Schuss Sirup und Mineralwasser, dazu sogar mit Eis. Und mit einem kleinen Schmunzler auf den Lippen verabschieden wir uns und setzen den Heimweg fort. An den Pferden vorbei, die Becher in der Hand. Fühlt sich leicht dekadent an, aber irgendwie passt das zu diesem Sonntag. Was für eine kleine nette Begebenheit.
Logbuch-Eintrag
“… Diese verdammte Reise macht mich noch wahnsinnig. Die Mannschaft ist geschwätzig und der Rum schon seit Wochen leer. Keines der Missionsziele ist bisher in irgendeiner Weise erfüllt worden, der Zahlmeister des Königs wird uns bald die Mittel streichen. Ich hetze gedanklich von Ausweg zu Ausweg, kein Plan erweist sich jedoch als durchführbar. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird es bald eine Meuterei …”
Szenenwechsel
“Auf einer bisher unerforschten Sandbank im Philipps-Atoll fanden Forscher vor drei Wochen eine gut erhaltene Seekiste mit vermutlichen Kapitänsutensilien. Das Logbuch deutet auf den Besitz des Leutnants Thomas R. Godfrey hin, der mit dem Dreimaster HMS Pride und vierzig Mann Besatzung unterwegs gewesen sein muss. Der letzte Eintrag vom 12. Juli 1782 endet abrupt und deutet auf eine Meuterei an Bord hin. Über das Schiff und seinen Verbleib gibt es keine gesicherten Informationen, so dass von einem Totalverlust von Schiff und Mannschaft auszugehen ist. Über die Mission finden sich keine konkreten Angaben, auch die Archive der britischen Marine scheinen keine Hinweise zu geben. Einzig Akten von Buckingham Palace könnten das Rätsel lösen. König und Premierminister schweigen aber beharrlich und damit scheint sich anzudeuten, dass es eine nicht ganz saubere Hintergrundgeschichte geben muss. Wir bleiben an der Sache dran - unser Podcast freut sich übrigens auch, wenn du dran …”
Hätten diese Amateure doch den doppelten Boden geöffnet. Dann hätten sie den wahren Grund der Reise erfahren, Godfrey war auf der Flucht. Der Flucht vor sich selbst.
Er kam nie an. Aber fand ewigen Frieden.
Gedanken sind nicht stets parat, Man schreibt auch, wenn man keine hat.
Wusste Wilhelm Busch schon damals, heute gilt es umso mehr.
Die von mir geäußerte und recht hemdsärmelige Idee der freiwilligen Selbsterklärung zur AI-Nutzung auf UberBlogr hat mthie nun in eine technische Lösung überführt. Genau so simpel und nicht an UberBlogr gebunden, nämlich per
<meta>-Tag. Ist hiermit umgesetzt und damit widmen wir uns den wichtigen Themen, z.B. dem Wochenende.