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Unsere Zukunft brennt
Ende Juni, sämtliche bisherigen Temperaturrekorde werden in den Schatten gestellt (vermutlich geht es ihnen dort besser als uns) und die richtigen Sommermonate Juli und August liegen noch vor uns. Das ist keine Utopie, das passiert gerade. Parallel erzählt mir ein Geschäftskontakt aus Istanbul, dass es bei ihr gerade kühler sei als sonst üblich zu dieser Zeit. Klimatische Verschiebungen passieren mit einer Beiläufigkeit, als ginge uns das alles nicht an. Als hätten sie keinen Einfluss auf uns und unsere Umwelt.
Früher war es ja auch schon heiß, nicht wahr? Aber so heiß, dass überall Straßendecken platzen, Gleise sich biegen und der Großteil der Kommunen zur sparsamen Wassernutzung rät? Vermutlich nicht. Diese Woche hat eindrücklich bezeugt: Wir sind nicht für die Folgen unseres Verhaltens bereit. Unser Egoismus hat Konsequenzen und die bekommen wir mit derartiger Macht zu spüren, dass wir uns tagelang wie geprügelte Hunde fühlen, nachts kaum ein Auge zubekommen und am nächsten Tag um halb elf bei der Arbeit nicht mehr richtig denken können. Ist scheiße, oder?
Ja, aber das haben wir zu verantworten. Und weil wir den Hals nicht vollbekommen, wird es so weitergehen. Um daran was zu ändern, müssten wir unser Verhalten kollektiv anpassen. Aber das ist ach so unbequem. Und haben wir nicht diese Freiheit, die uns alles zu tun erlaubt? Wo kämen wir denn hin, wenn wir freiwillig auf etwas verzichten würden? Ich sage es euch: In eine Zukunft, in der man gut leben kann. Ohne zusehen zu müssen, wie in den Krankenhäusern und Pflegeheimen Menschen wegen mangelnder Kühlung sterben. In der Schüler:innen vernünftig lernen können, ohne dass ihr Hirn zur ersten großen Pause einem Eintopf gleicht. In der wir Innenstädte so gestalten, dass Mensch und Tier sich dort aufhalten können, ohne gleich in Lebensgefahr zu geraten.
Wir hätten sie in der Hand, die Löschdecke für unsere Zukunft. Wir müssten sie nur benutzen. Damit es nicht mehr brennt.
Worauf warten wir eigentlich?
Die aktuellen Wetterbedingungen beschäftigen auch Jan, der sich zu allem Übel auch noch an einer Arbeitsstätte einfinden muss. Den Kaffee-oder -Tee-Schwatz (wenn man das bei diesen Temperaturen noch mit Heißgetränken verbinden mag) halten wir im IRC. Und so kommt doch ein Teeküchen-Gefühl auf.
Diese Feuerkugel brennt auf uns herab und wir machen nichts Anderes, als uns im Kühleren einzuigeln. Der Tischventilator bläst bei voller Stärke während ich Dinge für den Wahlkampf erledige. Viel Energie bleibt aber nicht mehr, ein Film aus Schweiß liegt auf allen Tätigkeiten. Heute ist Mikado-Tag. Wer sich bewegt, ist selber schuld.
Ich hatte vor einiger Zeit die Font auf Loggbok von Helvetica auf Inter umgestellt und war recht froh, eine für viele Menschen (und Geräte) niedrigschwellige Lösung gefunden zu haben. Nun fiel mir auf, dass Inter in kursiver Schreibweise das a einstöckig darstellt. Da ich diese Darstellung nicht leiden kann, habe ich die Font auf Public Sans gesetzt, sans-serif bleibt als Fallback.
Ja, ich bin ein Monk. Aus tiefer innerer Überzeugung.
I'm using Arch, btw!
Unser IRC-Server ist mittlerweile berüchtigt dafür, dass er seine Nutzer in immer tiefere Kaninchenbauten verbringt. Momentan heißt das Erdloch de joure CachyOS. Und das bereitet so viel Freude, dass Hemlock gerade nicht mehr mein Lieblingsrechner ist.
Für den Umstieg musste ich nur ein vergleichsweise kleines Opfer bringen. Aus dem MintPad wurde Samson, damit ist auch das X1 Carbon endlich in den Sesamstraßen-Kanon umgezogen. Da Samson nur 8 GB RAM vorzuweisen hat, war ich unsicher, wie sich denn die Nutzung von hyprland vertragen würde. Meine Sorge war unberechtigt - es geht nämlich verdammt gut. Im “Auslieferungszustand” lag das Setup bei lediglich einem GB genutztem RAM. Mit etwas Recherche verstand ich dann auch, wie ich die .conf zu nutzen hatte. Dass seit Kurzem .lua der neue Standard ist und ich die Konfiguration noch wandeln muss - geschenkt. Man kann ja nicht alles auf einen Schlag erledigen.
Was etwas nervig war, waren die Bindings für die Funktionstasten. Mit wev erst prüfen, ob alle Tasten auch erkannt werden und dann die XF86-Funktionen zuordnen. Da ich in der Zwischenzeit Noctalia (auf Empfehlung vom cgx13) aufs Gerät brachte, war das Ganze dann mit einer bereits zusätzlich belegten Taste einfacher zu lösen. Aktuell liege ich allerdings noch bei sieben von zwölf Tasten. Naja. Was mich aber sehr fasziniert: Es ist wirklich meine Umgebung. Ich definiere den Zustand und was möglich ist. Ja, es ist ein Rabbit Hole. Aber es ist unfassbar schnell zu erlernen und wenn man die Basics verstanden hat, ist viel möglich.
Vorgestern Abend saß ich auf der Terrasse und habe vor mich hinkonfiguriert. Ohne Druck und mit quasi null Fallhöhe, weil ich sonst einfach wieder neu installiert hätte. Die .conf hatte ich mir im vorherigen Zustand gesichert. Diese Gewissheit hat mir den ganzen Druck weggenommen und ich fühlte etwas von der unbeschwerten Leichtigkeit, die ich früher bei Computern verspürte. Als diese für mich noch keine Arbeitsgeräte, sondern eher Versuchsanordnungen waren. Wie weit kann ich etwas biegen, wie genau muss ich das Verhalten auf meine Änderungen verstehen? Ich glaube, mir gibt das gerade sehr viel verlorene Freude zurück. Und das macht für mich die Veränderung am Meisten aus.
Danke auch an mthie®️ und Jan, die ziemliche Booster für das Thema sind.