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Neun Alben

Meine neun Alben

Das war sehr schwer. Aus einem Füllhorn von mir naher Musik neun Werke wählen, die mir etwas bedeuten. Aber solche Aufgaben sorgen ja dafür, dass man sich fokussiert und in einer Art und Wise bekennt. Hier der Versuch, ein paar Worte zu diesen Alben zu verlieren.

#1: Oscar Peterson Trio - Night Train
Das Trio in der klassischen Besetzung, was für eine Wucht und was für eine Hingabe. Lieblingsstück: Hymn to Freedom.

#2: Kraftwerk - Die Mensch-Maschine
Futurismus in jedem Ton, exakt arrangiert im klassichen Quartett. Lieblingsstück: Metropolis.

#3: die ärzte - Geräusch
Ein Doppelalbum wie aus dem Buche. Der Rock regiert immer noch die Welt. Lieblingsstück: Deine Schuld.

#4: Glenn Miller - The Collection
Eine Stellvertreterregelung (danke Jan!) für den Künstler. Lieblingsstück: In the Mood.

#5: Pink Floyd - The Dark Side of the Moon
Ein absolut episches Werk, perfekt in den Übergängen verwebt. Lieblingsstück: Time.

#6: Dire Straits - Brothers in Arms
Ein Album aus meinem Geburtsjahr, das Essential der Dire Straits. Lieblingsstück: Why Worry.

#7: Vince Guaraldi Trio - Peanuts Greatest Hits
Auch das ist ein Kompromiss, um Vince Guaraldi und sein Werk zu ehren. Lieblingsstück: Charlie Brown Theme

#8: Keith Jarrett - The Köln Concert
Was soll man zu solch einem Klassiker noch groß sagen. Es ist DAS Konzert. Lieblingsstück: Part II c.

#8: Mike Oldfield - Tubular Bells
Mike Oldfield war zwanzig, als er dieses Album fast allein einspielte und seinen Ruhm begründete. Lieblingsstück: Tubular Bells Pt. I.

Ich nenne das mal Stand jetzt, damit ich mich nicht ärgern muss, was wegen der neun Plätze unter den Tisch zu fallen hatte. Vielleicht mache ich die Übung mal nach Genres. Wenn ich lustig bin, nein?

Ein Schwall von Empfehlungen ergießt sich durch die Feeds, denen ich von Zeit zu Zeit Aufmerksamkeit widme. Ich schaue mir die Dinge dann an, sie sind eindeutig gut gemeinte aber schlecht gemachte Produkte aus der Vorhölle namens AI. Wie unkritisch dieser Mist einfach geteilt wird, ohne auch nur einen Funken Gedanke an die Nachhaltigkeit des empfohlenen Objekts. Generischer Brei für die Massen, auf dass sie satt werden bis sie kotzen.

Und so bleibe ich bei dem, was ich kenne. Weil das Neue einfach nur noch uninteressant ist.

Gestern war das Wetter noch golden, ich konnte im T-Shirt zum Supermarkt laufen. Heute morgen sah ich in eine nebelige Masse, atmete den Regen ein und fühlte den Herbst. Was gestern noch Genuss, ist heute Beklagen des Vergehens. Und so wickel ich nun das restliche Jahr ab als sei es ein toter Fisch. Noch da, aber bereits zu anderen Zwecken bestimmt.

Das Grau verläuft in Stufen, sie führen ins Neue.

Der September und ich

Mal wieder lange nichts passiert hier. Das lag an einem sehr bewegten Monat, in dem ein anstrengender Kommunalwahlkampf endete, ich eine Woche krank war, trotzdem viel arbeitete, mir dann einen Muskel an einer blödestmöglichen Stelle zerrte und dann tagelang flach lag. Zusätzlich die große Erschöpfung der letzten Monate absorbieren und dann der Nervenkrimi über den Ausgang der Wahl. Mit einem schlechten persönlichen Ergebnis für mich, aber dennoch der Wahl in den Stadtrat dank des Listenplatzes.

In knapp vier Wochen bin ich also für fünf Jahre Ratsherr und werde Entscheidungen über die Zunkuft der Kommune politisch debattieren und mitbeschließen. Das zu schreiben und diese Gewissheit in mir zu tragen ist immer noch eine sehr surreale Empfindung. Demut vor der Verantwortung und der Wille, diese Arbeit deswegen so gut wie möglich zu machen durchströmen mich. Und ich trage eine große Vorfreude in mir, endlich loslegen zu können.

Deswegen war der September doch besser, als er sich anfühlte.

Limonade?

Der leichte Sonntag und eine gefüllte Tüte Brötchen im Gepäck sind wir auf dem Heimweg durchs Dorf, als uns schon ein hohes “Limonade” entgegen gerufen wird. Hinter einem Stand, der dem amerikanischen Klischee entliehen ist, stehen zwei Mädchen. Zum Fahrradkonzert wittern sie die Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzubessern. Als wir näher kommen, fragt die Größere der beiden, ob wir denn Limonade kaufen mögen. Bedauernd entgegne ich, dass ich kein Kleingeld in der Tasche hätte. Aber da weiß die findige Geschäftsfrau natürlich Rat, auch per PayPal würde man Zahlungen entgegen nehmen.

Und so scanne ich den QR-Code und zahle digital, die Liebste und ich erhalten je einen kleinen Becher. Gefüllt werden diese mit einem Schuss Sirup und Mineralwasser, dazu sogar mit Eis. Und mit einem kleinen Schmunzler auf den Lippen verabschieden wir uns und setzen den Heimweg fort. An den Pferden vorbei, die Becher in der Hand. Fühlt sich leicht dekadent an, aber irgendwie passt das zu diesem Sonntag. Was für eine kleine nette Begebenheit.

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