› Loggbok


Niemand braucht AI-Slop

Nachdem ich vorgestern ja die Frage stellte, ob wir Bloggenden denn müde seien, habe ich gestern Abend und heute Vormittag mittelschwere Blutstürze bekommen (meine Follower auf Mastodon bekamen das in erster Reihe mit). Der Hintergrund war, dass ich über Rivva einen Artikel eines Bloggers entdeckte, den ich bisher als reflektierten und vor allem selbstständig denkenden Menschen wahrnahm. In einer gewissen Erwartungshaltung (auch in Bezug auf das Thema) öffnete ich also den Link und wurde gleich durch das AI-generierte Titelbild auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Als ich dann den Text durchscrollte, wurde ich wütend.

Denn es handelte sich um eine mehr oder weniger lieblos zusammen geworfene Struktur von zehn Punkten, die sehr erkennbar in AI gefiltert und formuliert wurden. Nichts daran war originell oder lösungsorientiert, sondern einfach nur eine Anhäufung von inhaltlichen Plattitüden. Mich hat es wütend gemacht, weil ich in diesem Moment meine Aufmerksamkeit einem Produkt widmen wollte, was offenkundig nicht ansatzweise belastbar ist. Es ist ganz einfach: Ich lese Blogs nicht, weil ich KI-generierte Texte konsumieren möchte. Wenn das der Fall ist, öffne ich die Seite einer KI und generiere mir diese Inhalte. Wenn ich ein Blog öffne, erwarte ich Inhalte einer bloggenden Person. Die sich Gedanken gemacht hat und diese mitteilt. Gleich ob strukturiert oder aus dem Affekt heraus. Denn dafür gebe ich meine Lebenszeit und Aufmerksamkeit her. Also wäre es doch nur fair, wenn Invest und Produkt in einer gewissen Relation von Werten stehen.

Wer sein Blog für solche Slops verwendet, macht nichts Anderes als wenn sie oder er KI-Grütze auf Social Media veröffentlicht. Das führt Menschen in die Irre, stiehlt ihre Ressourcen und sorgt nur für Unmut. Gerade dann, wenn man sich einer Historie in Blogger-Jahren rühmt. Wenn trotzdem solcher Slop veröffentlicht wird, muss ich annehmen, dass einem die Leserschaft egal ist. Und dann ist für mich das Resultat, dass mir diese Blogs egal sind. Weil mir meine Ressourcen zu wertvoll sind.


Gestern erhielt ich eine Information, die mich im Laufe des Nachmittags umtrieb. Diese Information ist ein Zeichen des Vertrauens, aber noch mit viel Konjunktiv versehen. Inzwischen bin ich wieder entspannter, aber die Maschinerie der Selbstzweifel rattert natürlich unbewusst weiter. Bin ich schon so weit, könnte ich dieses Vertrauen auch angemessen ausfüllen? Andererseits ist die beste Zeit zum Erkunden neuer Horizonte jetzt. Und diese Information hätte mich nicht erreicht, wenn nicht jemand glauben würde, dass es so sinnvoll wäre.

Alles wird sich fügen, so wie es richtig ist.

🕒 · Link →

Sind wir müde?

In den letzten Wochen fiel es mir erst schleichend, dann immer stärker auf. Die Schlagzahl an Posts auf den von mir geschätzten Blogs hat sich reduziert. Schaue ich in die RSS News, gab es früher zehn bis fünfzehn Beiträge pro Tag. Jetzt sind es vier bis fünf. Auch im Gesamtkosmos von UberBlogr fühlt es sich wie eine leichte Delle an. Vielleicht gar nicht so sehr in der Quantität, aber in der Zusammenwirkung. Es scheint, als wäre der erste Enthusiasmus einer Geschäftigkeit in kleineren Zirkeln gewichen.

Natürlich ist UberBlogr keine Community, sondern “nur” ein Webring. Aber für mich steht trotzdem ein Vernetzungsgedanke dahinter, Menschen mit einer gemeinsamen Passion und vielleicht sogar Interessen. Daraus ist beispielsweise auch der IRC-Kanal entwachsen, der mittlerweile Teil der täglichen Aktivitäten ist. Aber auch hier hat sich das Nutzerpotenzial auf eine Fraktion verstetigt - die aber auch eine sehr großte Schnittmenge an Interessen und Themen hat. In dem Zuge hatten mthie™️ und ich gestern eine Unterhaltung, in der er mir mein Gefühl auch bestätigte: es wird irgendwie etwas weniger an Beiträgen. Und auch generischer.

Zu den Gründen kann nur gemutmaßt werden. Es gab letztes Jahr die eine oder andere Kontroverse zu der Frage, was und wie Blogs denn sein müssen. Ob KI dazu gehört. Ob es noch Meinungsfreiheit gewährleisten würde, wenn Leute sagen, dass sie bei Nichtgefallen dann Blogs halt auch nicht lesen. Alles am Ende Diskussionen, die darin endeten, dass doch jede:r weiter in der eigenen Suppe rührt. Und vielleicht hier und dort Verletzungen entstanden. Dazu das Ringen um Aufmerksamkeiten, Reichweiten und Engagement - auch in Auseinandersetzungen manifestiert. Am Ende ist alles nur individuelle Perspektive, es gibt keine Industriestandards für Blogs. Und das ist das Gute.

Oder liegt es einfach an der Weltlage, dem Wetter oder bilde ich es mir einfach nur ein? Alles Spekulation, am Ende zählt nur das geschriebene Wort. Davon wünsche ich mir mehr, ohne Abwägungen oder Kalkül. Einfach pure Gedanken, transformiert in Code und gebannt auf Bildschirmen. Müdigkeit vergeht, wenn man in die Bewegung gerät.


Wenig gibt mir vergleichbar inneren Frieden als mir die Kopfhörer aufzusetzen und Jazz zu hören. Vielleicht weil ich mit dieser Musik aufwuchs. Möglicherweise aber auch, weil Jazz eine Grundstimmung ausstrahlt, der ich mich verbunden fühle. Pendelnd zwischen cool und verspielt, niemals aufdringlich oder extrem. Diese Leichtigkeit löst in mir große Zufriedenheit aus.

🕒 · Link →

Hast du gehört, was der Hallervorden gesagt hat?

fragt mich die Liebste. Nein, habe ich nicht. Ignoranz ist der beste Bullshit-Filter, immer anwendbar und sehr zuverlässig.

🕒 · Link →

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

/now | /notracking | /mastodon | /rss | /impressum
⏪ Zurück im Ring | UberBlogr-Webring | Vor im Ring ⏩