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Fast ein Fünftel
Gestern flog ein Bot-Post durch meine Mastodon-Timeline. Dieser Account gibt den Jahresfortschritt in Prozent an. Wir liegen schon wieder bei 19% abgelaufenem Jahr. Wo ist die Zeit hin? Und warum fühlt es sich jedes Mal so erschreckend an, wenn man das realisiert?
Ich habe ein paar Dinge am Blog angepasst, die Menüführung ist entschlackt und der Großteil in den Footer ausgelagert. Dafür musste ich tricksen und eine zusätzliche Partial-Datei erzeugen, jetzt sieht es aber kongruenter aus. Hendrik hatte mich in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass die Links oben etwas “schwimmen”, das habe ich damit hoffentlich verbessert. Außerdem gibt es jetzt eine /now-Seite, die ich aus einer archivarischen Sicht angelegt habe. Alles so kleine Tweaks, die gar nicht lange dauern - für die ich aber in den letzten Wochen keinen Kopf hatte.
Und sonst so? Leben. Und atmen. Den Kopf nicht verlieren. Liest sich einfach, ist es aber gar nicht. Vermutlich muss ich meine “Das kleine Glück”-Reihe auf Mastodon wiederbeleben. Fürs Gemüt wäre das eine Hilfe.
Wir schaffen das schon
Heute Morgen nervte mich schon wieder ein Umstand, der einen äußeren Ursprung hat, aber uns beeinflusst. Vermutlich hat sich das im Tagesverlauf schon wieder geklärt. Nervig ist das Thema trotzdem. Und mit der ihr eigenen pragmatischen Orientierung sagte die Liebste “Wir schaffen das schon!”. Einen Satz, den sie in solchen Lagen sagt. Der aber auch immer eintritt und offenbart, wie verlässlich ihre Zuversicht ist. Ich bin sehr dankbar, dass sie die Frau ist, mit der ich mein Leben teilen darf.
Blogparade: #blogfragen
Ich erwähne es ja hin und wieder: UberBlogr wächst sehr erfreulich und zeigt, wie Vernetzung auch im offenen Internet möglich ist. Eines der frisch neu “zugezogenen” Mitglieder ist Herr Tommi, der mit einer Blogparade uns alle dazu animierte, unseren Blogging-Habitus zu reflektieren. Finde ich gut, daher mache ich auch mit und stelle mich dem Verhör. 😉
Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?
Mein erstes Blog entstand in der Hochphase des Web 2.0, als das Führen eines Blogs en vogue war. Für mich ist Bloggen ein Prozess des lauten Denkens. Gedanken auszuformuliert zu publizieren hilft mir, Strukturen im Denkprozess zu bewahren.
Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog und warum hast Du Dich dafür entschieden?
Seit Anfang des Jahres nutze ich Hugo. Ich mag Static Site Generators, sie sind leicht und ermöglichen viel Kontrolle.
Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?
Oh ja, da gab es Einige. Joomla, WordPress und Jekyll.
Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?
Die Blogposts entstehen lokal, ich schreibe direkt im Editor. Dafür ist das für meine Zwecke völlig überdimensionierte VSCodium mein Vehikel der Wahl. Wenn ein Blogpost etwas länger braucht (Gedanken benötigen manches Mal ihre Zeit), benutze ich Joplin als Zwischenspeicher. Das kommt aber sehr selten vor.
Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?
In dem Moment, in dem ich den Editor öffne. Meist gibt es einen Gedankenimpuls und dann entsteht der Text in einem Fluss. Ich schreibe selten besonders lange Texte, daher ist der Zeitraum zwischen Anlegen der Markdown-Datei und der Publizierung nicht unbedingt groß.
Veröffentlichst Du Deine Texte sofort oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?
Recht unmittelbar. Je länger ein Text liegt, desto zweifelhafter finde ich ihn.
Über welche Themen schreibst Du generell?
Über Themen, die mich und mein Umfeld unmittelbar betreffen. Das kann eine persönliche Empfindung sein, genau so kann aber auch die örtliche Nahverkehrssituation Gegenstand eines Posts werden. Das Kriterium ist immer, ob mich das Thema genug “kitzelt” und ob ich dazu etwas zu sagen habe.
Für wen schreibst Du?
In erster Linie ist dieses Blog eine Form von Output für mich. Dinge, die sich nicht in 500 Zeichen auf Mastodon differenzieren lassen, sondern der bewussteren Auseinandersetzung bedürfen. Das macht den Kreis potenzieller Leser:innen vielleicht enger, es gibt sie aber und ich erhalte sehr bestärkendes Feedback von ihnen. Das freut mich sehr, die die Texte ja einer sehr subjektiven Petrischale entstammen. 😉
Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?
Ein guter Vater liebt seine Kinder alle bedingungslos gleich.
Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?
Ja, aus verschiedenen Gründen. Am Ende sind das auch immer Aspekte einer persönlichen Entwicklung. Mit Loggbok bin ich sehr zufrieden, auch die Mitgliedschaft bei UberBlogr motiviert mich, am Ball zu bleiben. In der Schlagzahl, die mir gut tut.
Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?
Neugier und Offenheit für technische Aspekte, das Auge für die kleinen Themen im Alltag (es muss nicht immer der große Leitgedanke sein), Austausch mit anderen Bloggern (UberBlogr ist eine ganz hervorragende Plattform, um ähnlich denkende Menschen zu entdecken) und Geduld mit sich selbst zu haben. Durchhänger sind natürlich, man muss nicht immer etwas zu sagen haben. Bloggt nicht aus Zwang, sondern aus Freude.
Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?
Pläne bedeuten am Ende immer Festlegung. Für mich funktioniert Bloggen so nicht, es ist ein kreativer Prozess. Das inkludiert für mich nicht nur das Schreiben, sondern auch die technische Basis, das Design und alle anderen Aspekte. Bei mir entstehen solche Veränderungen spontan bzw. aus einer Kulmination von Überlegungen, jetzt doch dieses oder jenes endlich mal zu ändern. Mir ist aktuell Reduktion aufs Wesentliche immer noch sehr wichtig, daher werde ich nur Dinge implementieren, die einer eher minimalistischen Grundidee folgen. Und zwar dann, wenn mich der Hafer sticht.
Vielen Dank Herr Tommi für die Fragen!
Müppi (2007-2025)
Unser Kennenlernen war eigentlich gar kein Kennenlernen. Die ersten drei Tage nahm ich dich nur als Schatten oder schnell verschwindendes Stück Katzenschwanz wahr. Ich hegte schon den Verdacht, dass du gar nicht existiertest und meine neue Freundin mir etwas vorgeflunkert hätte. Dann tauchtest du aber auf und zeigtest mir, dass ich für dich ein Eindringling sei. Schließlich habe ich vier Jahre Idylle zwischen dir und der Frau aufgebrochen, mit der ich nun auch Zeit verbringen wollte.
Etwa anderthalb Jahre währte diese Gewöhnungsphase, ich habe mich bemüht, in dieser Zeit nicht zu aufdringlich zu dir zu sein und ließ mich von dir auch verdreschen, wenn du auf dem Kratzbaum oben lagst und Laune hattest. Irgendwann hast du aber verstanden, dass ich eigentlich auch ganz passabel bin und dann hatten wir eine sehr innige Bindung. Nie habe ich eine Katze erlebt, die man wie ein Kuscheltier in den Arm nehmen konnte. Das war dein größtes Glück und dein Schnurren hallte durch die Wohnung.
Gesprochen hast du nicht so viel wie die Anderen, die später dazu kamen. Wenn man dein Treiben durch Anheben deines Körpers unterband, hast du wunderbar empört gemault. Früher hast du nach Verlassen der Katzentoilette mit einem phonetischen „Räum auf“ uns mitgeteilt, dass wir da was zu erledigen hätten. Ansonsten warst du eine Katze des Augenkontakts. Man hatte immer das Gefühl, dass du uns verstehst. Dass du uns bedingungslos liebst.
Mit den Jahren kamen gesundheitliche Probleme bei dir auf. Vor zwei Jahren dachten wir schon, wir müssten dich gehen lassen. Aber du hast die Prognose ignoriert und (wenn auch unter Beigabe von Medikamenten) bist bei uns geblieben. Auch wenn dir alles nicht mehr so leicht fiel, die Liebe hielt dich am Leben. In den letzten Wochen zeigte sich aber, dass Liebe allein eben doch nicht das Unausweichliche verhindert. Du konntest dich kaum noch allein bewegen, wir trugen dich durch die Wohnung für all deine Bedürfnisse. Die Phasen von Stärke wichen immer mehr der Schwäche. Gestern Nachmittag hattest du eine Atemnot, die du nicht mehr bewältigen konntest. Ich hatte schon die Tierärztin angerufen, aber dann hast du doch allein den ewigen Frieden gefunden.
Die Liebste hast du über 17 Jahre begleitet, seit sie dich mit Geschwistern unter einer Mülltonne entdeckte. Mich über 13 Jahre, ein Drittel meines Lebens. Keine Freundschaft zu einem Tier war so lang und intensiv für mich. Dich gehen lassen zu müssen ist eine unfassbar schwere Aufgabe für uns. Weil du einfach diese Konstante warst. Ein Fix- und auch Ruhepunkt in allen Lebenslagen, ob Glück oder Sorge. Wir hängen jetzt noch sehr an dir und können noch gar nicht ermessen, wie eine Zukunft ohne dich sein wird.
Was uns bleibt, ist einfach Danke zu sagen. Dafür, dass du da warst. Unser Leben so bereichert hast. Ein Charakter mit Ecken und Kanten warst, den man aber nur lieben konnte. Für deine Geduld mit uns und deine unendliche Liebe. Wir werden dich nie vergessen!
Let it be
In Zeiten wie diesen ist Tröstliches entscheidend fürs Gemüt. Meine Empfehlung ist sehr einfach, aber effizient.
When I find myself in times of trouble, Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be
And in my hour of darkness she is standing right in front of me
Speaking words of wisdom, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
And when the broken hearted people living in the world agree
There will be an answer, let it be
For though they may be parted, there is still a chance that they will see
There will be an answer, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
There will be an answer, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be, be
And when the night is cloudy there is still a light that shines on me
Shinin’ until tomorrow, let it be
I wake up to the sound of music, Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be
And let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
And let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
(McCartney/Lennon)