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Hugo, Rocinante und ich

Die Überschrift klingt nach der klassischen Dreiecksbeziehung aus Filmen. In Wirklichkeit geht es aber um die Technik des Blogs. Denn geneigte Leser:innen erkennen es gleich - hier sieht auf einmal alles anders aus. Und gefühlt lädt alles noch schneller. Da muss was getan worden sein.

Ausgangssituation
2022 richtete ich mein Blog auf Basis von Jekyll und einem Hosting bei GitHub Pages ein. Das hat bisher auch alles sehr gut funktioniert, es gab nur ein sehr praktisches Problem für mich. Das Hosting erfolgte eben über GitHub und nicht durch von mir kontrollierbare Infrastruktur. Speziell in den letzten Wochen entwickelte sich diese Tatsache zum latenten pain in the ass. Gestern stach mich der Hafer und ich suchte nach Wegen, das zu verändern.

Eine Serie von Fuckups
Da Hemlock anscheinend noch nicht alle Abhängigkeiten von Jekyll installiert hatte, startete ich also frohen Mutes die Konsole. Der Prozess war an sich schon geübt. Was dann geschah, war aber für mich sehr unerwartet. Im Terminal reihte sich Fehler an Fehler, scheinbar lauerte an jeder Stelle der intrisische Widerstand gegen mein Ansinnen. Ich wälzte Anleitungen auf Stack Overflow, kopierte und rannte wieder mit dem sprichwörtlichen Kopf gegen die Wand. An einem sehr konkreten Punkt muss ich etwas im Prozess sehr falsch gemacht haben und konnte es nicht mehr reproduizeren.

Die Lösung auf Umwegen
Die Entscheidung war relativ klar: Ich will nichts dauerhaft Kaputtes ins Internet stellen. Der Lösungsweg war allerdings verschlungen. Ich probierte verschiedene Varianten aus, auch WordPress stand sehr kurz zur Disposition. Allerdings gab mir allein der Upload von 85 MB das Gefühl, dass das nicht der richtige Angang für mich sein könnte. Relativ schnell stellte ich fest, dass mir auch operativ das viel zu viel Klimbim sei.

Heute morgen fiel dann mein Blick auf einen Ordner namens “hugoblog”. Ende November hatte ich nämlich bereits begonnen, mit Hugo eine neue Variante meines Blogs zu erstellen. Ich war auch relativ weit gekommen, wegen der für mich damals noch unlösbaren Aufgabe “Deploy auf meinen Webspace” habe ich das Ganze aber verworfen. Dabei ist das aber sehr einfach:

Das ist alles. Klar ist das noch automatisierbar. Aber jetzt gerade fühlt es sich noch gut ausführbar an. Mein Build wiegt gerade 20 MB, das ist gemessen an anderen Blogs ein Bruchteil. Vor allem laufe ich endlich auf dem Space, für den ich schon lange zahle und in den letzten Jahren nie nutzte. Weil ich gelinde gesagt zu blöd war. Das ist vorbei.

Was das mit Rocinante zu tun hat
Naja, so heißt das Theme von Sid Verma, welches ich nutze. Ich habe gefühlt kaum Dinge angepasst, dafür jetzt wieder richtigen Light & Dark Mode. Also wenn eure Browser das mitteilen.

Fazit
Ich bin erleichtert, alles läuft super schnell und demnächst gibt es auch wieder eine Suche. Ansonsten gilt wie immer: Das folgt hier dem E/N-Prinzip und Fehler werden korrigiert, wenn ich mich danach fühle. Never change a winning attitude!


Entkopplungsarbeiten

Mein im letzten Post beschriebenes Dilemma habe ich lösen können, ab sofort ist Joplin mein Tool de jour. WebDAV versteht es glänzend, aktualisiert sich fleißig und ist durch Plugins auf meinen Bedarf zuschneidbar. Damit gehe ich die kommenden Wochen in Klausur, ich werde berichten.

Weil ich parallel das Thema Websiten auf der Agenda habe, linse ich gerade stark rüber, was Matt Mullenweg rund um WordPress treibt. Scheinbar kommt er nicht damit klar, dass ihn die WP-Community nicht widerspruchslos als Gottkaiser wahrnimmt. Das führt dazu, dass er lustig Menschen mit Absicht auf Erstellung eines Forks von wordpress.org entfernt. Angeblich um diesen bei ihrem Projekt zu helfen. Klar, völlig eigennützig und gar nicht aus einem fragilen Ego heraus gehandelt. Wir haben unser Internet scheinbar sehr lange den falschen Personen anvertraut.


Inhousing schwer gemacht

Beim aktuell sonderlichen Gebaren reicher amerikanischer Digital-Unternehmer tut man ja gut daran, möglichst viel seiner privaten Angelegenheiten gar nicht erst in Clouds zu lagern. Ich bin seit einigen Wochen mit einem Homeserver ausgestattet und migriere gerade Stück für Stück Fragmente meines Lebens, geteilt auf für mich nicht direkt administrierbaren Systemen in meine private Infrastruktur. Dazu gehört auch das leidige Thema Notizen, das ich besonders im vergangenen Jahr reichlich nutzte.

Zuletzt habe ich das sehr schön mit Bear umgesetzt. Nachteil ist, dass alles über iCloud abgewickelt wird. Gestern wurde ich per Mastodon-Timeline auf 1Writer aufmerksam, dass sogar mit WebDAV arbeitet und über all meine Geräte funktioniert. Mit dem Homeserver also zügig eine WebDAV-Umgebung geschaffen und auf Hemlock alles eingerichtet. Dann war das iPhone dran. Bei der Einrichtung von WebDAV lädt die gleiche App sich tot. Auch mit Abbruch durch Schließen der App oder Neuinstallation keine Chance. Mal abgesehen davon, dass iOS selbst ohne Hilfsmittel WebDAV überhaupt nicht beherrscht.

1Writer ist also durchgefallen und ich suche nun eine andere verträgliche Lösung. Haptic habe ich probiert, das ist aber noch sehr rudimentär. Hedgedoc möchte ich ungern verwenden, weil ich das native App-Feeling haben möchte. Also muss ich jetzt den Markt sondieren und den bestmöglichen Kompromiss identifizieren. Technik löst am Ende doch nur Probleme, die man ohne sie nicht hätte.


Die Purge beginnt

Scheinbar habe ich meinen privaten Meta-Abschied keine Sekunde zu spät eingeleitet, Mark Zuckerberg hat seine Firma binnen fünf Minuten zielsicher und in Hochgeschwindigkeit Richtung Erdkern ausgerichtet und laut Google Search Trends erkennen immer mehr Menschen die Zeichen der Zeit. Der Mensch wird leider immer noch nur dann schlau, wenn das Haus brennt. Aber dass er schlau wird, ist immerhin ein Gewinn.

Die Idee, die ich vor ein paar Tagen hier kryptisch andeutete, ist in den letzten Tagen sehr konkret geworden. Es tun sich gerade so viele positive Entwicklungen auf, dass ich fast zu träumen glaube. Zwei direkt gefundene Mitstreiter (Carsten & Marius, wir haben einige Biere darauf zu trinken!), viel Zuspruch und hilfreiches Teilen, Kontakte mit widerum unterstützenden Verbindungen. Das ist alles nicht zu fassen und ich bin sehr froh, dass dieser kleine Gedanke, der mich seit Monaten immer wieder kitzelte, ein erreichbares Ziel zu werden scheint. Nicht morgen, nicht übermorgen, aber der Weg dahin materialisiert sich Stück für Stück. Eine Reise, die es zu unternehmen lohnt.

2025 wird das Jahr, in dem wir uns das Internet zurück holen. Ich freue mich darauf.


Zerfallserscheinungen

Wohin man auch schaut, erblickt man Zerfaserung. Sei es politisch, sei es bei alltäglichen Geräten des Haushalts - selbst an mir nagt der Zahn der Zeit. Seit Tagen plagt mich ein Schmerz im Nacken, der nun in den rechten Arm wanderte. Das muss dieses Älter werden sein. Herrlich und das perfekte Sinnbild für all das, was im Außen passiert.

Die Philetta traf gestern ein, wir sind noch zögerlich mit unserem Fazit. Das Gehäuse hat den Transport nicht gänzlich überstanden, es brach ein Stück raus. Auch die Skalenbeleuchtung ist defekt, zumindest eine Lampe. Ins Innere habe ich nur reingeleuchtet, es sieht sehr staubig aus. Scheinbar haben wir unser Glück beim Largo direkt aufgebraucht. Positiv ist, dass der Klang sehr gut ist und das Innere wohl nur altersbedingte Wehwehchen haben könnte. Alles Weitere wird sich in Ruhe entscheiden, Ersatzteile sind ja auch eine Wissenschaft für sich bei einem Gerät, dass in Menschenjahren betrachtet seinen Ruhestand genießen könnte.


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