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Seite 18

Der erste Computer

Als ich Montag den Text zum Festplatten-Link fertigte, schoß mir eine Remineszenz an meinen ersten Computer durch den Kopf. Das ist schon wirklich sehr lange her (wir reden von einem Zeitraum von 30 Jahren), aber ich will trotzdem versuchen meine Erinnerungen zu fokussieren.

Das Gerät stammte von einem kleinen PC-Dienstleister an der niedersächsisch/ostwestfälischen Grenze, es gibt ihn schon lange nicht mehr. Es handelte sich um einen sogenannten Big Tower, vier Laufwerkschächte für CD-Laufwerke, zwei für Disketten. Belegt war nur ein Diskettenschacht, im zweiten Schacht saß die Festplatte. Es gab nicht mal eine Soundkarte, sondern nur den PC-Speaker. Der Prozessor war dafür ein lupenreiner 586er, den ich mit (natürlich immer eingeschalteten) Turbo-Schalter auf wahnsinnige 133 Mhz beschleunigen konnte. Installiert war Windows for Workgroups 3.11 und im Boot-Menü waren vorinstallierte DOS-Spiele (wie Battle Chess und Commander Keen) wählbar. An den RAM kann ich mich nicht mehr erinnern, aber an diesen typischen Schalter mit dem satten Klick. Dem Hochdrehen des Lüfters und dem aggressiven BIOS-Check-Ton. Der unsäglichen VGA-Grafik auf einem 14 Zoll-Monitor.

Im Prinzip war das Gerät für mich völlig überdimensioniert und ich habe sehr oft die Software geschrottet. Aber genau so habe ich auch eine Soundkarte (Soundblaster 16) und ein CD-Laufwerk (keines mit mechanischem Ausfahren, ich musste die Blende eindrücken, dann schob sich der Schlitten raus und ich konnte wie bei einer Musikanlage eine Klappe öffnen) eingebaut. Internet hatte ich keins, aber viel Software - dafür keine wirkliche Anleitung und viele Ideen. Die Maus hatte kein Scrollrad, aber drei Tasten. Die Tastatur war mechanisch, beides wurde mit DIN und COM1 angeschlossen.

Der Gedanke an diesen Computer ist purer Anachronismus, ein völlig aus der Zeit gefallenes Gerät, welches ständig etwas störrisch war und zwischendurch auch mal ein Jahr unbenutzbar, weil ich wieder etwas an Windows zerstört hatte und mich der Beichte nicht traute. Aber es war mein Computer, mein Tor zu einer neuen Welt. Anfang der 2000er bekam ich ein neues Gerät mit Windows XP und Core2Duo-Prozessor, das war ein Quantensprung. Der alte PC wurde dann verschrottet, ich bin heute darüber sehr traurig. Aber andererseits bleibt die Erinnerung an eine sehr coole Zeit. Schön wars.

Du warst doch an den hintersten Orten des verfickten Internets!

Die Liebste zu mir, als wir in einer Konversation über Discord thematisch zu alten und nicht mehr existenten Netzwerken abbogen. Diesen Satz finde ich so großartig, dass ich gar nicht erst widersprach. Hätte eh nichts genutzt. 😉

Die erste Festplatte →

#TWTWTW KW 37/25

Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 37/2025

Montag kam das Paket mit den Hinterlassenschaften von Onkel Roger an. Alle gelisteten Sachgegenstände waren eingepackt, die alten Pässe und Dokumente aber nicht dabei. Für uns war das ntürlich eine Enttäuschung. Ich habe dem australischen State Trustee direkt eine Mail nachgesetzt, bisher aber keine Reaktion erhalten. Meine Vermutung ist jedoch, dass wir keine Antwort bekommen werden. So bleiben die Rätsel wohl auf ewig Mysterien.

Der Rest der Woche war sehr arbeitssam, zwischendurch erfreute die Liebste uns mit Mini-Amerikanern. Deren Teig war exakt genau so, wie sie meiner bescheidenen Meinung nach ideal schmecken. Ansonsten habe ich abends wieder eher alte Dokus gesehen und mein Hirn mit mehr oder weniger nützlichen Infomationen vollgepresst. Eine kleine Entdeckung der Woche möchte ich aber gerne mit euch teilen.

Das Lied “Somewhere Over The Rainbow” hat spätestens seit der Beerdigung meines Vaters eine tiefere Bedeutung für mich, damals wurde es in einem Arrangement von Glenn Miller und seinem Orchester gespielt. Dienstag entdeckte ich eine Version von Keith Jarrett, die er bei einem Konzert in München spielte. Mich hat seine Fassung sehr berührt und seitdem lief sie öfter auf meinen Kopfhörern. Vielleicht mag sie für euch auch in welchem Zusammenhang auch immer tröstlich oder versöhnlich sein.

Das sogenannte Verbrenner-Aus wird sowieso kommen - nämlich dann, wenn das Rohöl aufgebraucht ist. Die Reduzierung des Fleischkonsums wird sowieso kommen - spätenstens mit der nächsten Seuche. Lebensumstände kann man nicht auf Krampf bewahren, äußere Faktoren zwingen uns zur Anpassung an neue Situationen. Und jedes Festklammern an lieb gewordene Traditionen ist nur das Eingeständnis, dass man für sich selbst keine Bewältigungsstrategie gefunden hat.

Lasst sie doch krakeelen. Time will prove everything.

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