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Skill Upgrades
Das Bemerkenswerte an diesem Jahr ist das Tempo, in dem ich für mich damals undenkbare technische Aspekte erfahren, gelernt und umgesetzt habe. Ich habe eine IT-Ausbildung (wenn auch nur schulisch) und habe in den drei Jahren viele Basics gelernt. Mein beruflicher Pfad führte mich aber davon weit weg. Inzwischen rückt das wieder näher zusammen, zudem hat sich im privaten Bereich auch daraus ein Hobby entwickelt.
Seit Jahresende schnurt hier ein Homeserver vor sich her und ist mein treuer Anbieter von verschiedenen Tools und Datenhost für das, was ich lieber privat als in Clouds verantworten möchte. Ein virtueller Server kümmert sich um weitere Aufgaben, mein Blog ist von Jekyll auf Hugo migriert und läuft auf eigener Infrastruktur. Seit vorgestern versioniere ich über forgejo. Seit dem Wochenende gibt es The RSS News. Und sicher gibt es noch zig andere kleine Dinge, die ich in der Adlerperspektive vergessen habe.
Das ist eine Entwicklung, die sich mir erst gestern so richtig einprägte. Wie selbstverständlich es geworden ist, mal eben schnell etwas zu programmieren. Strukturen zu gestalten, zu hosten und mit Leben zu füllen. Komplexe Anleitungen richtig zu konsumieren, sich in API-Dokumentationen einzuwühlen. Vielleicht werde ich gerade das, was ich Ende der 90er/Anfang der 2000er eigentlich werden wollte. Aber es nicht konnte, weil ich geistig zu unreif war. Zu sprunghaft, immer auf der Suche nach dem einfachen Weg aus der Problemstellung. Ich musste einfach älter werden, um diese Skills zu entwickeln.
Was mir sehr hilft, ist der Blick über den Tellerrand. Es sind Menschen in mein digitales Blickfeld geraten, die genau auch diese Prozesse durchlaufen. Das verbindet nicht nur, sondern motiviert. Gar nicht im Sinne eines Wettbewerbs, sondern in einem interessierten Austausch. Wieder was Neues gehört, wieder ein Impuls. Manche gären sehr schnell in eine reife Idee, andere brauchen ein paar Wochen oder vielleicht auch Monate. Völlig egal, es ist ein Hobby und es bereitet mir große Freude zu verfolgen, was die anderen Enthusiasten auf die Straße bringen. Denn auch das sind Inspirationen, Beweise der Möglichkeiten der Werkbank namens Internet.
Ich bin noch längst nicht am Ende dieser Reise. Neugier und viele Ideen treiben mich um. Im Dezember werde ich meine Hosting-Infrastruktur ändern, mehr Raum für diese Ideen, daraus entstehende Projekte und vielleicht auch eine neue terra incognita. Alles in dem Tempo, dass mir gut tut. Weil ich jetzt weiß, dass alles möglich ist, was ich im Kopf habe.
#TWTWTW KW 33/25
Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 33/2025
Eine Woche, die noch schneller verging als die vorigen. Gefangen in Ärgernissen über äußere Faktoren und den eigenen Umgang mit ihnen. Ähnlich wie vor einem Jahr habe ich wieder eine sehr kurze Zündschnur und möchte am Liebsten mehrere Wochen in einer Blockhütte an einem See verbringen. Ideal ohne viel reden zu müssen und mit Tätigkeiten, die sehr fernab des üblichen Lebens sind.
Ein Highlight war, dass ich gestern ein offenkundig gelungenes Essen kreiert habe. In der Küche bin ich abgesehen vom Backen eines Marmorkuchens ein ziemlicher Idiot. Einerseits bin ich in der Zubereitung von Lebensmitteln ungeschickt, zum Anderen stresst mich der Prozess des Kochens sehr. Vor allem bei Verwendung von zwei oder mehr Töpfen. Dennoch hatte ich bei Erscheinen auf Amazon Prime mit großer Freude “Oh Cook” mit James May gesehen und das Buch dazu anschließend auf die Wunschliste gepackt. May versprach, dass es sich um Gerichte handelt, die auch ein unbegabter Mensch wie ich kochen könnte. Das Buch schenkte mir die Liebste zum Geburstag und am Samstag wählte ich aus den Rezepten das Ratatouille, um es am Folgetag zu kochen.
Fest steht: Ich brauche immer noch zu lange zum Schneiden von Gemüse und ich kann es wirklich nicht gut. Die Zucchini-Scheiben waren zu dick, die Aubergine-Würfel zu grob. Als ich dann alles in die Pfanne gab, hätte ich fast einen Meltdown bekommen - viel zu viel Inhalt für die Pfanne. Glücklicherweise regelte sich das beim Kochprozess aber und komprimierte sich. Der Reis dazu gelang auch (ja, nicht conveniant) und auch wenn mein Ergebnis nichts mit dem Bild aus dem Buch zu tun hatte, der Liebsten und mir schmeckte es. Nächsten Sonntag wird also wieder gekocht.
Das andere Highlight beschrieb ich mit The RSS News ja im vorherigen Post. Ansonsten geht es heute final an den Sperrmüll, wieder ein Stück weiter kommen. Vielleicht hilft das auch meinem Frustlevel: Körperliche Arbeit gegen die innere Kernschmelze.
The RSS News v0.1
Das Thema RSS lässt mich nicht los. Es muss doch eine Darbietungsart geben, die mir die Verfolgung erlaubt und gleichzeitig nicht durch Benachrichtigungen triggert. Dann fiel mir eine Konversation mit Konstantin ein, in der er mir von seinem Reader erzählte und ich seine Idee charmant fand. Natürlich wollte ich nicht 1:1 abkupfern, sondern etwas Eigenes bauen. Und heute stach mich der Hafer.
Ich hatte lange hin und her überlegt, PHP erwies sich allerdings als zweckmäßigster Angang. Neben PHP wird mit einem JS-Script die Darstellung gehandelt, die Feeds werden über eine JSON beschworen. Das ist alles noch viel Voodoo, dafür liegt der ganze Spaß nur bei 37 kB. Ohne gecachte Feeds. Ich bin beeindruckt, wie klein solch eine doch nicht ganz triviale Idee in der Ausführung sein kann.
Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, aber dafür ist das ja ganz bewusst die v0.1. Wie verbessere ich Ladezeiten, wie kann ich Beitragsbilder darstellen, wie bekomme ich eine noch ansprechendere Optik hin? Und wie gehe ich mit Beiträgen ohne Titel um, da das bisher mein Linkout zu den Beiträgen ist? Das sind Fragen, die mich in Folgeiterationen beschäftigen werden und bestimmt geht das alles noch effektiver und vermutlich besser. Aber ich bin für die erste Version schon sehr happy. Es geht ja im Wesentlichen um die Funktion. Und die ist da.
Wer mal Einblick nehmen möchte, hier geht es entlang. Bewusst ohne SSL, da das ja nur eine kleine Spielerei ist. Für Verbesserungsvorschläge bin ich sehr offen, im Programmieren bin ich halt immer noch ein Depp. Aber ein lernwilliger.
#TWTWTW KW 32/25
Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 32/2025
Zunächst die gute Nachricht: Dem Kater geht es wieder besser. Bis Mittwoch war er noch sehr geschlaucht, seitdem geht es bergauf und er beherrscht die Terrasse wie ein “Großgrundbesitzer” (so die Liebste).
Ansonsten war die Woche insgesamt zäh. Arbeitstechnisch ruhiger, aber von Kleinthemen beherrscht. Privat bereiten wir uns auf eine weitere Runde Sperrmüll vor und es bewegt sich Inventar von einer zur anderen Stelle, die Ruhe vor dem Sturm. Mittlerweile hat mich das Fieber des Ausmistens gepackt und ich hoffe, dass wir nach der Garage den Keller auch bald leer kriegen. In der Phase, in der wir hier einzogen, verstarb mein Vater. Irgendwie haben wir das aus der Not geborene Chaos im Keller seitdem belassen, nie wirklich angegriffen. Jetzt ist der Zeitpunkt, uns von den Dingen zu lösen. Es fühlt sich sehr befreiend an.
Meine “Worte ins Internet-Publizieren”-Laune war diese Woche gering. Kann vielleicht auch daran liegen, dass immer noch bzw. wieder mit Schäufelchen um sich geworfen wird. Daher habe ich eher Medien konsumiert, unter Anderem ein sehr interessantes Feature von WDR5 dok5 zum zweiten Golfkrieg. Manchmal muss man sich ja auch etwas zurück nehmen, besonders in einer Phase einer leichten mentalen Erschöpfung. Alles gut, aber die letzten Monate waren und sind reich an Ereignissen und vielleicht habe ich zu oft Tapeten mit ablenkenden Motiven vor die Wand der Tatsachen gehängt.
Freitag stieß mir Kästners Knigge für Unbemittelte in die Hände. Geschrieben 1928 und wenn man sich dieses Stück Lyrik besieht, stechen einem Parallelen deutlich in die Augen. Mögen wir uns an dieser Erkenntnis im Positiven aufladen.
Nach all den Diskussionen um die Essentials eines Blogs vielleicht mal ein Gegenentwurf (und auch Kern meines Ansatzes): so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Dinge sind viel zugänglicher, wenn sie simpel sind.