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Dinge, die ich über Röhrenradios gelernt habe

30.03.2026

Der Mensch lernt ja am Besten aus Dummheiten oder wenn er sich in ein Thema reinkniet, von dem er initial nicht den leisesten Schimmer hat. So geht es mir mit unseren Röhrenradios.

Im Herbst 2024 sind die Liebste und ich auf das Thema gestoßen und dass es ja eine schöne Bereicherung wäre, solch ein Gerät zu besitzen. Nach viel Rumgeschleiche auf diesem Auktionsportal mit den vier Buchstaben erwarben wir für einen Spottpreis inklusive Versand das Telefunken Largo 1253. Aus Franken geliefert präsentierte sich das Gerät in einem dem Alter entsprechenden aber guten Zustand und wir waren sehr ermutigt, diesen Glücksfall zu wiederholen. Für die Küche wollte die Liebste was Kleineres und erstand eine Philetta BD 273 U. Ich war mit der Philetta nicht ganz einverstanden, weil sie nur einen NF-Tonabnehmer-Anschluss hatte. Die dazu gehörigen Stecker hat damals fast ausschließlich die Firma Hirschmann gefertigt, es gibt diese Firma längst nicht mehr. Stecker kann man zu Mondpreisen kaufen, diese sind aber unbelegt. Mein Argwohn war also durchaus berechtigt.

Das Gerät kam leider nicht in dem guten Zustand wie das Telefunken an, das Gehäuse war leider bereits gebrochen. Das Adapter-Thema konnte dank Jörg Baltschun und sein Team bei Neufeldt & Kuhnke gelöst werden. Nun hatte ich die Tage Muße, mich um die Bluetooth-Fähigkeit der Philetta zu kümmern. Dabei habe ich gelernt:

  • Galvanische Trennung ist ein Problem, wenn das Gerät ein Allströmer (also auch andere Spannungen neben 230V) ist und der BT-Adapter aus dem gleichen Stromkreis gespeist wird.
  • Der NF-Tonabnehmer ist supersensibel und verträgt nur geringen Stromeingang.
  • Wenn beides nicht gegeben ist, brummt der Lautsprecher sehr laut.

Das Problem konnte ich temporär durch Verwendung einer Powerbank lösen. Das ist zwar einfach, setzt aber volle Aufladung voraus. Und Musikgenuss ist halt einfach nicht planbar. Es führt also kein Weg daran vorbei, dass die Philetta eine Werkstatt besuchen muss - mindestens für die galvanische Trennung. Die Skalenbeleuchtung hat aber auch einen weg und der Geruch beim Betrieb ist mir nicht ganz geheuer. Kann Verschmutzung durch Staub, aber auch wegbritzelnde Elektronik sein. Das Risiko ist mir auf Dauer zu groß, zudem muss ich aber auch abwägen, wie viel Aufwand für die Philetta noch gerechtfertigt ist. Der Klang jedenfalls ist so gut, dass ich noch nicht aufgeben mag.

Das nächste Röhrenradio hat aber auf jeden Fall wieder einen DIN-Anschluss, der Standard ist noch nicht so überholt und weniger empfindlich. Soll ja keiner sagen, dass ich nicht gelernt hätte.


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