Ich bin also intolerant
14.02.2026
Und für Verbote bin ich auch. Und früher hätte ich ja viel interessanteres Zeug geschrieben. Den Ball flach halten sollte ich auch besser. KI ist eh da und wir sollten uns nicht so anstellen.
Das ist die eine Seite der Zusammenschau an Reaktionen auf meinen Beitrag. Und wenn ich das lese, frage ich mich, ob ich so missverständlich geschrieben habe oder ob man meine Aussagen missverstehen möchte. Weil es das eigene Weltbild piekst. Da sind wir aber beim Kern der Sache: Es gibt in der Realität nicht nur 0 und 1, sondern auch die Zwischentöne. Damit ich nochmals meine Intention darlege und ich nicht missverstanden werden kann, hier im Schnelldurchlauf:
- Ich habe nichts gegen KI. Ich kritisiere nur, wie unreflektiert sie verwendet wird.
- Ich habe nichts gegen einen punktuellen Einsatz von KI. Es ist nur sehr bescheiden, wenn ganze Blogs oder Artikel komplett der KI entstammen.
- Solche komplett generierten Artikel habe ich kritisiert.
- Ich habe mitgeteilt, dass ich solche Artikel nicht mehr lesen möchte. Ein Verbot habe ich nicht gefordert.
- Aus der Beobachtung, dass viele Menschen ähnlich wie ich denken, habe ich die marktwirtschaftliche Perspektive auf Angebot und Nachfrage eingebracht.
- Marktwirtschaft basiert auf freien Entscheidungen, nicht auf Verboten.
Um das Ganze mal in ein Beispiel zu gießen: Wenn ich im Supermarkt beim Lebensmitteleinkauf Produkt A nicht mehr kaufe, weil mich die Qualität nicht überzeugt, ist das ja auch keine Intoleranz. Genau so verhält es sich mit Blogs. Eure Meinungsfreiheit wird 0,0 beschnitten, wenn ich eure Blogs nicht mehr lese. Andererseits gibt es für mich auch keine staatsbürgerliche Verpflichtung, bestimmte Inhalte lesen zu müssen - besonders wenn sie ohne Mehrwert sind. Freiheit bedeutet übrigens auch, sich bewusst gegen etwas zu entscheiden oder es zu lassen.
Ich finde es gelinde gesagt traurig, dass nur noch in Kontroversen gedacht wird und man eine solche Äußerung gerne zum Skandalon erhebt, um dann irgendwelche Zustände beklagen zu können und dann die Backlinks einsammeln zu dürfen. Dann aber zugleich den Verfall gesellschaftlichen Zusammenhalts zu beklagen und zu tun, als wäre die andere Seite schuld daran, ist an Bigotterie nicht zu überbieten. Wir machen Blogs und ringen nicht um den Frankfurter Buchpreis. Vielleicht sollten Andere auch mal den Ball flach halten. Und Artikel dem Sinn nach lesen, bevor man mit Schaum vorm Mund haarscharf vorbei zielende Repliken verfasst.
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