Not buying your crap anymore
14.12.2025
Bewusstere Konsumentscheidungen bei Technik sind mittlerweile en vogue, vielen Menschen fällt immer stärker die Abhängigkeit von einzelnen Marktteilnehmern und deren abnehmende Produktqualität auf. Inzwischen führt es soweit, dass selbst die bis vor kurzem noch sehr von Microsoft Überzeugtesten die Möglichkeit einer produktiven Nutzung von Linux in Betracht ziehen. Es passiert also etwas, was ich mir insgeheim lange gewünscht aber nie als realistisches Szenario erwartet hatte: Die Leute haben keine Lust mehr auf Mist und beschäftigen sich mit Alternativen.
Mit der breiten Distribution von Computern und Smartphones zog auch das Gefühl einer Käseglocke ein. Nicht jede Person ist natürlicherweise ein technischer Experte, es sollte leicht und komfortabel in der Nutzung sein. Diese teilweise naive Herangehensweise hat einige Innovationen hervorgebracht, allerdings den Anbietern eine Macht über die Nutzer:innen gegeben, die in ihrer Ausprägung immer falsch war. Der sich nun vollziehende Wandel muss behutsam begleitet werden, denn die Menschen, die sich auf diese Reise der Veränderung begeben, sind immer noch keine Admins und haben teilweise einfach keine Lust, sich mit Homeservern, Config-Files oder ROM-Flashing auseinander zu setzen. Und das ist auch völlig ok. Für sie sind technische Geräte Werkzeuge im alltäglichen Gebrauch. Wir erfahrerenen User sollten ihnen wann immer möglich unsere Hilfe anbieten. Auch wenn uns das manchmal an die eigene nervliche Grenze bringt, es ist eine Gesellschaftsaufgabe.
Für mich persönlich gibt es bereits Konsequenzen. Neben der Vermeidung aller Microsoft-Produkte im privaten Bereich (beruflich komme ich nicht drum herum), habe ich vor einigen Wochen auch HP abgeschworen. Wir haben in der Familie eine breite Historie verschiedener Drucker, die immer nach einer verhältnismäßig kurzen Lebensdauer aufgaben und so konstruiert waren, dass sie nicht mal eben zu öffnen und das mechanische Problem zu lösen wäre. Im Oktober hat es das letzte Gerät dieser Firma hier zerrissen und da mir das Gehabe von HP mit dem Tinten-Abo sowieso schon sehr lange auf den Zeiger ging, war für mich der Rubikon überschritten. Nach längerem Auswahlprozess sind wir nun bei einem Gerät von Epson gelandet, dass viel schneller und qualitativ besser druckt und auch die Ablehnung von zusätzlichen Services als Solche akzeptiert.
Es ist Zeit, den Unternehmen deutlich zu sagen: “We’re not buying your crap anymore!”. Die Macht, die wir als nachfragender Part im Markt haben, auch tatsächlich zu nutzen. Das ist nämlich immer der Teil in der Gleichung, der nicht verstanden wird. Das Angebot muss zwangsläufig besser werden, wenn die Nachfrage sich deutlich reduziert.
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