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Another point of view

03.11.2025

Mit der Dunkelheit kam die Stille. Eine Stille fernab jeder Bedrohlichkeit. Die Art von Ruhe, die ein wohliges Gefühl auslöst, ein prickelndes Kribbeln im Nacken. Endlich schweigt die laute Welt für ein paar Stunden, alle bleiben in ihren Heimen und überlassen einander in die eigene Obhut. Kein Rauschen des medialen Äthers, keine FYI-Mails oder andere Nicht-Dringlichkeiten. Es lag ein Schleier der Betulichkeit auf allem.

Die Katze hat sich bereits schlafen gelegt, ihr Schnorcheln reißt ganz fein an der Fassade der Geräuschlosigkeit. Wie der Versuch, den Mantel des Schweigens zu perforieren. Sie weiß nichts von den Mühsalen des Alltags, ihr Streben gilt dem Jetzt und Hier. Langsam streckt sie ihre Hinterläufe von sich und sieht dabei voller tiefem Frieden aus. Wenn sie aufwacht, wird die Welt für sie in Ordnung sein. Der Mensch steht bereit und versorgt sie. Dann wird sie spielen, sich mit den Artgenossen neue Wege der Unterhaltung überlegen und ihr kleines Territorium überwachen.

Wir sehen das Gleiche, doch sie nimmt es anders wahr. Vielleicht träumt sie ja davon. In der Vorfreude und Zuversicht, wie schön und doch kalkulierbar ihre Umgebung ist. Wie gut der Mensch ist, der sie umsorgt. Wie blöd der Nachbarskater. Feste Koordinaten in einer Welt, die immer mehr zerläuft. Aber warum sollte sich eine Katze damit beschäftigen? Ihr Mantra ist die Ignoranz, die sie dem schenken kann, was sie nicht belangt.

Ich sehe ihr beim Schlafen zu und genieße die Stille. Manchmal wäre ich einfach gerne sie.


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