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Müppi (2007-2025)

13.02.2025

Unser Kennenlernen war eigentlich gar kein Kennenlernen. Die ersten drei Tage nahm ich dich nur als Schatten oder schnell verschwindendes Stück Katzenschwanz wahr. Ich hegte schon den Verdacht, dass du gar nicht existiertest und meine neue Freundin mir etwas vorgeflunkert hätte. Dann tauchtest du aber auf und zeigtest mir, dass ich für dich ein Eindringling sei. Schließlich habe ich vier Jahre Idylle zwischen dir und der Frau aufgebrochen, mit der ich nun auch Zeit verbringen wollte.

Etwa anderthalb Jahre währte diese Gewöhnungsphase, ich habe mich bemüht, in dieser Zeit nicht zu aufdringlich zu dir zu sein und ließ mich von dir auch verdreschen, wenn du auf dem Kratzbaum oben lagst und Laune hattest. Irgendwann hast du aber verstanden, dass ich eigentlich auch ganz passabel bin und dann hatten wir eine sehr innige Bindung. Nie habe ich eine Katze erlebt, die man wie ein Kuscheltier in den Arm nehmen konnte. Das war dein größtes Glück und dein Schnurren hallte durch die Wohnung.

Gesprochen hast du nicht so viel wie die Anderen, die später dazu kamen. Wenn man dein Treiben durch Anheben deines Körpers unterband, hast du wunderbar empört gemault. Früher hast du nach Verlassen der Katzentoilette mit einem phonetischen „Räum auf“ uns mitgeteilt, dass wir da was zu erledigen hätten. Ansonsten warst du eine Katze des Augenkontakts. Man hatte immer das Gefühl, dass du uns verstehst. Dass du uns bedingungslos liebst.

Mit den Jahren kamen gesundheitliche Probleme bei dir auf. Vor zwei Jahren dachten wir schon, wir müssten dich gehen lassen. Aber du hast die Prognose ignoriert und (wenn auch unter Beigabe von Medikamenten) bist bei uns geblieben. Auch wenn dir alles nicht mehr so leicht fiel, die Liebe hielt dich am Leben. In den letzten Wochen zeigte sich aber, dass Liebe allein eben doch nicht das Unausweichliche verhindert. Du konntest dich kaum noch allein bewegen, wir trugen dich durch die Wohnung für all deine Bedürfnisse. Die Phasen von Stärke wichen immer mehr der Schwäche. Gestern Nachmittag hattest du eine Atemnot, die du nicht mehr bewältigen konntest. Ich hatte schon die Tierärztin angerufen, aber dann hast du doch allein den ewigen Frieden gefunden.

Die Liebste hast du über 17 Jahre begleitet, seit sie dich mit Geschwistern unter einer Mülltonne entdeckte. Mich über 13 Jahre, ein Drittel meines Lebens. Keine Freundschaft zu einem Tier war so lang und intensiv für mich. Dich gehen lassen zu müssen ist eine unfassbar schwere Aufgabe für uns. Weil du einfach diese Konstante warst. Ein Fix- und auch Ruhepunkt in allen Lebenslagen, ob Glück oder Sorge. Wir hängen jetzt noch sehr an dir und können noch gar nicht ermessen, wie eine Zukunft ohne dich sein wird.

Was uns bleibt, ist einfach Danke zu sagen. Dafür, dass du da warst. Unser Leben so bereichert hast. Ein Charakter mit Ecken und Kanten warst, den man aber nur lieben konnte. Für deine Geduld mit uns und deine unendliche Liebe. Wir werden dich nie vergessen!


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