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27.05.2024
Wer sich länger im Internet als User:in aufhält, wird früher oder später damit konfrontiert - eingestellte Dienste. Manche bekommt man gar nicht mit, um Andere ist es schade. Und dann gibt es die, mit denen irgendwie alles anfing. Zu denen zählt ICQ.
Einst in Israel gegründet (das ist einfach mal 30 Jahre her), war ICQ der Instant Messaging-Dienst, den alle nutzten. Noch vor AIM, MSN und Co. Alles war auf Funktion ausgelegt, damit auch User:innen mit 56K-Modem flott Textnachrichten austauschen konnten. Später kamen Telefonie-Optionen, Spiele und anderer Tüdelkram dazu, den kein Mensch effektiv brauchte. In der Zeit wurde AOL Eigner, allerdings nie so richtig glücklich mit dem Invest und verkaufte nach einiger Zeit an die russische Mail.ru Gruppe weiter.
Spätestens seit dem Zeitpunkt war ICQ in Europa so wirklich durch und niemand nutzte den Dienst ernsthaft noch. Ich war ICQ schon längst entwachsen und seitdem habe ich nicht mehr reingeschaut. Nun wurde verkündet, dass kommenden Monat der “Laden dicht gemacht” wird. Die mit Sicherheit stark gesunkene Zahl aktiver Nutzer:innen wird es sicher verschmerzen. Den Inaktiven wie mir ist es egal, nur eine Randnotiz im Rauschen des Äthers. Aber an meine Nummer kann ich mich wie vermutlich fast alle anderen Nutzer:innen immer noch erinnnern. An alte gute Zeiten eben, in denen das Internet den Hauch von Abenteuer und Verheißung mit sich trug.
Und wir waren dabei.
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