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Am 26.08.2022 begann die Reise von Loggbok, auf Basis von Jekyll und gehostet bei GitHub. Seitdem ist viel passiert. Mit diesem Blog, aber auch bei mir. Und dank Loggbok kann ich anders reflektieren als früher. Jeder Post ist eine kleine Wegmarke der letzten fast 1.100 Tage, Auseinandersetzung mit mir und meinen Erlebnissen. Loggbok ist Teil von mir, mein Hafen in der digitalen Welt. Hier bin ich Kapitän, Maschinist, Matrose und manchmal auch Deckjunge. Und vielleicht erfüllt sich nach diesem Reifeprozess der Name des Blogs - denn ich begreife immer mehr die Freiheit, die sich mir bietet.

Vielen Dank an euch, die ihr hier vorbeischaut und lest, mir bedeutet jeder Kommentar per Mail und jede Reaktion im Fediverse viel.

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Egilsay

Der Wind peitscht schwer über die Nordsee, die Luft schmeckt nach Salz. Ich stehe allein am Fährhafen, bei diesem Wetter will niemand raus und schon gar nicht auf diese gottverlassene Insel. Wer im Haus bleiben kann, wärmt sich lieber die Knochen. Aber ich habe eine Mission. Antworten auf Fragen suchen, die mir niemand beantworten kann. Die auch ich als ewige Rätsel in meinem Leben akzeptieren muss. Wo gehöre ich wirklich hin?

Die Fähre legt an, es ist eine wirklich lächerliche Nussschale in der wilden See und ich begreife sofort, dass die Überfahrt kein Spaziergang sein wird. Das Boarding geht schnell und relativ wortlos, wir legen sofort ab. In meinem Kopf spielen tausend Fragen verrückt und gleichzeitig denke ich nichts. Die Dualität der Konfusion. Wir schwanken durch die Böen. Was zum Teufel mache ich hier, 4.000 Kilometer von dem Ort, den ich Zuhause nenne? Werde ich das finden, was ich suche?

Nach einer gefühlten Ewigkeit legen wir an, der Hafen liegt im Westen. Ich habe nur wenige Stunden Zeit, auf der Insel kann man nicht übernachten. Ich winke dem Fährpersonal stumm und marschiere gleich los. Wochenlang habe ich die Karte studiert, wozu eigentlich? Hier leben um die zwanzig Menschen. Es gibt eine Straße nach Norden, eine nach Süden und einen Weg nach Osten. Gefühlt kann ich die ganze Insel bis zur Rückfahrt umrunden. Zielstrebig laufe ich los, ohne wirkliches Ziel. Bin ich hier überhaupt richtig?

An der Ruine von St Magnus vorbei, ein Auto fährt im Schritttempo an mir vorbei. Touristen sieht man hier nur sehr selten. Vereinzelte Häuser, viele Felder, ein paar Nutztiere und jede Menge Vögel. Fernab von jeglichem Klischee über Schottland. Das ist hier das pure raue Leben, für diesen Zustand musst du geboren sein. Wo mag er damals gelebt haben, wo wird mein Vater als Kind mit Altersgenossen gespielt haben? Irrwitzige Fragen, ich kann nur mutmaßen. Was suche ich eigentlich?

In der alten Schule gibt es gegen Spende Tee und die Möglichkeit, sich über Vergangenes zu informieren. Ich blättere hektisch, suche nach Indizien. Dabei finde ich nur Vages, der Tee ist eher miserabel. Ich habe natürlich nichts gefunden, aber auch nichts gesucht. Aber ich war da. Da, wo meine Wurzeln liegen. Es wird Zeit zu gehen, die Fähre wartet. Dann verläuft der Film. Wird es wirklich so sein, wenn ich jemals dorthin fahre? Werde ich das Gefühl haben, dort wirklich angekommen zu sein? Und was ist, wenn nein?

Ich wache auf.


Das alte Internet →

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#TWTWTW KW 34/25

Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 34/2025

Nachdem die letzten #TWTWTW-Ausgaben alle etwas jammerig klangen, versuche ich mal bewusst die positiven Aspekte der Woche zu listen und alles Störende auszublenden:

Und nun zu einer eigentümlichen, aber auch gleichzeitig sehr typischen Geschichte für mich: Für den heutigen Kocheinsatz habe ich ein Rezept rausgesucht, welches eine Menge Steak (400 Gramm) vorsah. Ich bestellte alles über Abholservice von REWE, im Onlineshop stand etwas von 200 Gramm als Menge beim Steak. Also orderte ich zwei. Beim Bezahlen hatte ich mich ein bisschen über den Preis gewundert, ich hatte aber noch Sachen nachgeordert und hatte es damit in Verbindung gebracht. Beim Einpacken fiel es mir aber auf, das Steak war deutlich mehr und teurer als gedacht. Ich musste wohl etwas falsch gelesen haben und stand nun da mit 1,7 kg Tomahawk-Steak.

Anstatt panisch zu werden verstand ich das eher als Challenge. Die Liebste lachte sich natürlich richtig kaputt und ich rief meinen Kumpel Lars an, der mir wie erhofft gute Tipps gab, wie ich die übrige Menge gewinnbringend zubereiten könne. So gab es dieses Wochenende zweimal Steak - einmal in seiner puren Form mit einer Salz-Pfeffer-Kruste, garniert mit frischem Knoblauch und heute als Zutat in einer Asian Fusion-Rezeptur. Die Liebste sagte mir gestern beim Glas Wein in der Küche noch, wie überrascht sie davon war, dass ich das einfach gemacht habe und nicht zurückgescheut bin. Gerade, weil ich das Kochen momentan erst für mich entdecke. Aber was hätte ich tun sollen, das Fleisch war nun mal da.

Insgesamt ging also alles gut aus und ich weiß jetzt, wie man ein Steak zubereitet. Vielleicht wird aus mir doch noch ein passabler Koch.


Über Dankbarkeit →

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