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Seite 23


Fidel Astro

Ich schrieb ja gestern dass ich mich im Zuge einer Horizonterweiterung mit Astro auseinander setze. Es gibt in der Dokumentation einen kleinen, aber sehr effektiven Kurs, anhand dem man sich eine kleine Seite mit Blog, Tag-Konstruktion und RSS-Feed bauen kann und so lernt, wie die Elemente zusammen funktionieren. Den Kurs habe ich in zwei Feierabenden durchgearbeitet und habe einen guten Eindruck bekommen, wie die Funktionsweise so ist.

Kurzum: Ich mag es. Sehr. Aber Jekyll ist so gewohnt, es ist leicht und die Struktur atme ich seit über zwei Jahren. Zudem habe ich in dieses Blog technisch schon so viel gesteckt, dass ich das nicht einfach so drangeben möchte. Auch wenn Astro Dinge kann, die ich mit Jekyll vermutlich nicht in der Qualität abbilden werden kann. Aber es ist wie so oft im Leben: Warum will ich das Kreuzfahrtschiff, wenn ich agil mit meiner kleinen Segeljolle voran kommen kann? Und so wird Astro immer wieder mal meinen Weg kreuzen, ich werde mich daran erfeuen - doch die Basis bleibt Jekyll. Weil ich es beherrsche. Und das ist ja auch etwas.


Spiel's nicht nochmal, Sam!

Ich gehöre ja zur Gruppe Menschen, die sich für Technologie begeistern können. Beim Thema KI bin ich aber sehr skeptisch, weil die Risiken noch nicht überblickbar sind und einige neunmalkluge Menschen mit Geschäftssinn gar nicht so sehr die Entwicklung, sondern die eigenen Gewinne im Kopf haben. Wasser auf den Mühlen meiner Bedenken ist das Interview mit Sam Altman in der Süddeutschen Zeitung (Paywall), der unter Anderem folgende Bemerkung raushaut:

„Künstliche Intelligenz wird uns vermutlich alle töten, aber bis dahin wird sie wirklich nützlich sein.“

Das klingt nach einem total klugen Plan, die Dinge einfach weiter ihren Lauf und die Menschheit dafür terminieren zu lassen. Nur aus dem Grund, für irgendwelche Shareholder glänzende Profite zu erzielen - damit diese sich auf interstellare Latifundien retten können. Ganz ehrlich: Wenn uns als Spezies nichts Besseres als die Selbstausrottung einfällt (kriegen wir ja beim Klimawandel auch schon hin), dann haben wir es nicht besser verdient. Aber tut mir einen Gefallen und lasst mich mit eurem Irrsinn in Ruhe, ich will gerne noch ein paar gute Jahre haben.


Stack Overflow

Wer zwischen den Zeilen der letzten Beiträge lesen kann, erahnt die hohe Schlagzahl an Ereignissen im familiären Bereich bei uns. Die letzten 5 Wochen hatten es massiv in sich und wir müssen uns immer wieder schütteln und für die nächste Fragestellung postionieren. Solch eine intensive Phase frisst unfassbar viel Energie, nicht nur körperlich. Und die Liebste und ich sind ja “nur” die Angehörigen, die Dinge regeln und Rückhalt geben. Aber darin steckt so viel mehr als nur zu funktionieren. Es bedarf einer ganz massiven Kraftanstrengung, gleichzeitig aber auch einer guten Steuerung eben derselben.

Die letzten Tage haben gezeigt, dass es aber auch wieder aufwärts gehen kann. Der Weg ist zwar lang, aber erste Schritte sind getan und das stimmt positiv. Es fühlt sich an wie die ersten warmen Sonnenstrahlen nach einem arktischen Winter. Auf einmal ist ein Licht da, welches man nicht erwartet hatte. Weder vom Timing noch von der noch zarten, aber fühlbaren Intensität. Man schließt die Augen und nimmt diese Wahrnehmung ganz tief in sich auf. Mit dem Bewusstsein, dass das Wetter wieder umschlagen kann - aber dass etwas überstanden sein kann.

Um dem Stack Overflow zu begegnen, habe ich entgegen meiner ursprünglichen Position den überwiegenden Großteil der Fußball-EM verfolgt. Und dabei wieder festgestellt, wie weit ich mich von diesem Sport entfernt habe. Die große Begeisterung ist vorbei, es bleibt eher eine technische Betrachtung. Das teilweise schlechte Spielniveau (wenig überraschend, wenn der Kalender der Akteure mit immer mehr sinnlosen Wettbewerben gefüllt wird) und die massive Kommerzialisierung tragen zur inneren Abgrenzung bei. Ansonsten suche ich Ablenkung in der Arbeit und habe begonnen, mich mit Astro als neuer SSG-Alternative zu beschäfigen. Optisch macht es verdammt viel her und erleichtert den Einstieg ungemein. Andererseits wiegt das Paket im Vergleich zu Jekyll viel mehr, das stört mich etwas. Ich werde mich in den nächsten Tagen aber mit dem Grundaufbau ohne vorgefertigte Inhalte beschäftigen und das ist sicherlich deutlich schlanker.

Sonntag habe ich vorsichtig in meine Jahresziele geschaut, dabei konnte ich doch tatsächlich ein paar Haken setzen. Meine Vermutung lag eigentlich deutlich geringer, gerade in Anbetracht der aktuellen Situation. Deswegen gehe ich die zweite Jahreshälfte auch entspannter an, gelernt habe ich (mal wieder): Du kannst alles planen, nur nicht das Leben. Aber du kannst planen, wie du damit umgehst.


250 Commits und 'ne Buddel voll Rum

Gut, mit Rum kann ich nichts anfangen, aber den Gedanken an eine Schatzkiste hatte ich unweigerlich. Denn um den aktuellen Status des Blogs herzustellen, musste ich gefühlt viel “graben”. Nicht jeder Commit war ein Entwicklungs-Meilenstein, sondern oftmals auf meiner etwas sturen Herangehensweise und daraus folgendenden Korrekturiterationen gegründet. Für mich ist aber mit jedem Commit ein Lerneffekt eingetreten, mal klein und gelegentlich groß. Aber nie ging etwas fundamental kaputt und der Funktionsumfang des Blogs wuchs mit der Zeit.

Heute gab es eine größere Iteration, man kann jetzt Inhalte suchen und es gibt nun eine /slashes-Seite, die das Blog und mich beschreibt und vorstellt. So langsam mutiert dieses Kleinod zu einer waschechten IndieWeb-Seite mit immer mehr Gimmicks. Gemessen an dem, was noch möglich ist, stehe ich immer noch am Anfang. Ich habe aber keine Agenda mit fixen Deadlines, zu wann ich gewisse Funktionen fertig haben möchte. Es geht eher darum, dass ich lerne und wenn dabei etwas Sehenswertes entsteht, wird das früher oder später auch verfügbar sein.


Mongolischer Kaschmir

Das Erstaunliche an der Verbindung zwischen meiner Liebsten und mir ist dieses fast blinde Verständnis in schwierigen Situationen. So auch aktuell, in der wohl schwierigsten Situation die wir je zu meistern hatten. Wir sind uns in fast jeder Frage einig und sagen uns immer wieder, dass wir das zusammen durchstehen. Das gibt unfassbar viel Kraft, die Dinge anzugehen und zu lösen.

Aber auch Zuspruch von außerhalb, der uns Freiraum und Rückversicherung gibt, hilft sehr. Man ist immer weniger allein als man glaubt, wenn das Leben einem mal heftig den Boden unter den Füßen entreißt. Zugegeben, man muss auch mit Unverständnis bei manchen Zeitgenossen rechnen. Ein Unverständnis, dass an den gesunden Menschenverstand zweifeln lässt. Aber die deutliche Mehrzahl an hilfreichen und unterstützenden Menschen wiegt das mehr als auf. Und wir haben gerade eh kaum Zeit, uns mit dummen Kommentaren auseinander zu setzen.

In solch einer Lage ist alles absurd, die Liebste füllt Katzenfuttertüten in einen anderen Beutel um. “GOBI - MONGOLIAN CASHMERE” prangt auf der Seite und ich frage, wo der Beutel herkäme, mir wäre er unbekannt. Die Liebste quittiert meine Frage mit einem Schulterzucken und verweist auf ihre Mutter. Normalerweise würden wir jetzt eine wilde Spekulation starten, doch: keine Zeit. Es wartet der neuerliche Kampf mit dem Jetzt für ein besseres Bald.


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