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Ich habe gar kein Auto
Ihr erinnert euch ja an diesen Nescafé-Spot (von 1992, WTF?!), in dem ein Italiener mit Cappucchino und entwaffnendem Charme einer aufgebrachten Dame angesichts ihres Parkplatzproblems lächelnd erklärt, dass er gar kein Auto habe? So fühle ich mich gerade. Aber der Reihe nach.
Drüben erzählt Holger von einem mäßig erfolgreichen Angriff auf sein Blog, welches auf WordPress fußt. Ist auch schon wieder alles gut, der alphathiel hat das mal eben geregelt. Jedenfalls ergab es der Zufall, dass ich gestern im Backend meines Hosters unterwegs war und dabei auch auf die Statistiken des Webspaces stieß, die ich sonst nie begutachte. Mich tangiert halt nicht, wie viele ihr seid und was ihr hier lest. Ich freue mich über jeden Besuch.
In der Kategorie nicht erfolgreicher URL-Zugriffe stieß mir ein Aufruf bei Loggbok auf, bei dem ein gewitzter Mensch immer wieder versucht (und das seit Monaten), eine WordPress-assoziierte JavaScript-Datei aufzurufen. Vermutlich um damit Blödsinn zu treiben. Es gibt dabei aber ein essenzielles Problem - also für den URL-Aufrufer. Ich habe gar kein WordPress.
Man muss sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen, las ich mal. Vielleicht ist mein Angreifer auch sehr glücklich, ich kann es nur hoffen. Oder er hat ein Skript, in dem meine URL eine Nummer im System ist. Dann wäre der persönliche Aufwand nicht so hoch. Hacking soll ja auch Spaß machen, das wäre sonst ja kontraproduktiv. Wie auch immer, hier meine Botschaft an Mr. X.:
Ich habe gar kein WordPress. Und jetzt gibt es Latte Macchiato.
Ganz herzlich möchte ich der REWE Group für das gelungene Sozialexperiment “Umbau und Wiedereröffnung eines Marktes” danken. So viele überforderte und verwirrte Menschen auf einem Fleck wie gestern habe ich sehr lange nicht mehr gesehen. Da fiel dann mein ebenfalls hochgradig irritierter Gesichtsausdruck nicht negativ auf.
Ihr wolltet schon immer Teil einer Sensation sein, euch fehlt aber das abstruse Talent zur nachhaltigen Beeindruckung von Menschen? Kein Problem, Esel und Teddy haben momentan ein Crowdfunding für einen Weltrekord laufen - für das kleinste Crowdfunding jemals. Jeder nur ein Kreuz einen Cent, alles Weitere findet ihr drüben.
Über Berge und Propheten
Huch, lange hier nichts passiert. Ich war mit dem Leben beschäftigt, unter Anderem den Übergang in eine neue Altersdekade. Dann war noch eine unsichere berufliche Situation, zwei Wochen Urlaub und eine Blitzeinbindung in die Parteiarbeit. Kurzum: Viel zu erleben, wenig Zeit und Muße für die Reflektion.
Mit Blick in die Blogosphäre habe ich in Teilen auch wenig verpasst. Es gab viel Content zum Thema, was denn ein Blog ausmache und was nicht. Ob Paraden dazugehören, ob KI Maßstab sei und SEO janeinvielleicht. Geisterschiffe, während Google die AI Overview in Gang setzte und den Traffic mal eben kastrierte. Mich betrifft das nicht, Loggbok ist und bleibt ungelistet. Gewissermaßen sitze ich also wahlweise mit Tee oder einem kühlen Getränk auf einem Aussichtspunkt und begutachte das Treiben.
Viele der Diskussionen fand ich im Wesenskern ermüdend, sie erschöpfen sich im Formalismus. Der große Gewinn eines Blogs ist es doch, dass es ein eigener Vorgarten ist. Wenn ich Geranien schätze, pflanze ich diese ein. Wenn stattdessen ein Klettergerüst für den Nachwuchs entstehen soll, wird Fundament gegossen. Eben für den Abschnitt an Zeit, in dem ich das als zweckmäßig erachte. Konventionen sind nirgendwo einfacher zu hinterfragen, wir sollten uns diese Freiheit bewusst nehmen.
Stattdessen pieksen wir immer wieder in die gleichen Fragen, jede/r hat drei schlaue Sätze zu schreiben. Die gleichen sich aber von Haus zu Haus und bringen uns nicht weiter. Vielfalt gern, aber bitte in einem subjektiv gefallenden Rahmen. Als würden wir hier “the next big thing” bauen. Dabei sind Blogs Kleinstaaterei par excellence. Im Ergebnis zerreden wir uns diese Biotope. Es gibt einfach nicht genug Berg für die Propheten.
Persönlich lese ich die Blogs gern, die eben nicht der Konvention folgen. Von Autor:innen, die tun, was ihnen behagt und vielleicht eher dokumentieren als für die Öffentlichkeit schreiben. Es ist wohltuend, wirklich Inhalte zu lesen und nicht durch die Form abgelenkt zu werden. Das ist aber meine persönliche Vorliebe. Und wie meine gibt es zig weitere Einzelmeinungen. Wir werden nicht auf einen Nenner kommen, lasst uns agree to disagree als positive Empfindung verstehen. Dann kommen wir auch mit der Menge an Berg klar.
Reine Nervensache
Momentan beschleicht mich wieder das Gefühl, dass irgendwie keine Sache so recht gelingt. Als hätte sich seit einem Jahr das Misfortune an die Fersen geheftet. Daraus immer wieder positiv heraus zu gehen, neuen Dingen eine Chance geben - all das ist sehr anstrengend. Scheinbar geht es nicht nur mir so, gestern las ich von einer Studie über die Zufriedenheit von Menschen. Spoiler: Es gibt eine deutliche Eintrübung. Die rührt gar nicht aus dem her, was die Politik als Ursachen eruiert. Sondern eher aus dem, was als Lösungen angestrebt wird.
Nachrichten konsumiere ich nur noch sehr dosiert, ich kann ja nicht den ganzen Tag auf die offenkundige Verirrtheit von Verantwortlichen reagieren. Mir fehlt eher ein Anker der Positivität. Eine Erkenntnis, die mich schon länger begleitet. Dass man auf regelmäßiger Basis mal ein paar Stunden aus dem Alltag ausbricht. Aber so sehr ich auch überlege: Mir fällt nichts ein, was dieses Kriterium erfüllt und mir Spaß bereitet. Stattdessen flüchte ich mich in fixe Ideen, die dann auch scheitern. Das hat natürlich wieder Einfluss auf meine Laune. Und die Anderer.
Vermutlich muss ich mich einfach überwinden, einfach mal den sauren Apfel verspeisen und aus der Komfortzone geraten. Aber ob es “draußen” frustfreier sein wird? Ich weiß es nicht. Und dieser Zweifel hat es sich in mir bequem gemacht. Am Ende ist es eine reine Nervensache, ich selbst gegen bzw. für mich. Kann ja nicht so schwer sein.