Das Jahr des Desktops
08.08.2023
Es gibt in der IT-Welt so manchen Witz, der es zu gigantischen Ausmaßen gebracht hat. Unter Anderem den, dass das jeweils aktuelle Jahr das Jahr des Linux-Desktops wird. Der Witz hat aber nur eine geringe Halbwertszeit, da er lediglich zum jeweiligen Jahresanfang funktioniert. In der Praxis aber geht Linux die Massentauglichkeit eines Windows ab. Dabei gibt es viele gute Ansätze. Für geneigte Anfänger:innen sind diese ohne gewisse Mühen nicht immer erkennbar.
Auch ich habe in den letzten zwanzig Jahren immer wieder Bemühungen angestellt, tiefer in die Materie einzutauchen. Dabei stieß ich an die immer gleichen Themen:
- Linux ist nicht so intuitiv wie andere Betriebssysteme
- Linux erfordert ein dezidierteres Wissen, klicki-bunti allein reicht nicht
- Die Community ist teilweise sehr eigen, das erschwert Lösungsfindungen
Mittlerweile sind einige Distributionen tatsächlich sehr smart aufgestellt, Linux Mint hat mich heute nach einer Neuinstallation mit einem durchdachten Onboarding begrüßt. Aber auch das löst nicht die Notwendigkeit, gelegentlich die Kommandozeile zu bemühen. Und da werden die Standard-User:innen immer abgeschreckt werden. Sie wünschen sich Dinge, die einfach funktionieren und keine Komplexität beinhalten. Genau das ist Linux nicht und will es meines Verständnisses nach auch nicht sein. Das ist auch völlig in Ordnung.
Dann muss aber auch Allen klar sein, dass das Jahr des Desktops nie kommen wird. Beziehungsweise nur in individualen Erfahrungen. Weil ich persönlich nicht so aufstecken will (und meinen Horizont erweitern möchte), werde ich mir in den kommenden Monaten geben - parallel zu meiner gewohnten macOS-Umgebung. Die gemachten Fortschritte werde ich im Blog dokumentieren, alles unter dem Tag #linux.
Den Leser:innen wünsche ich bereits jetzt viel Vergnügen beim Nachlesen meiner naiven Abenteuer.
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