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Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 28/2025

That was the week that was. Anstrengend durch nervigen Kleinscheiß, aber eher so ein unbequemes Gefühl - eine ganz und gar unerträgliche Befindlichkeitsverkettung.

Montag, Mittwoch und Freitag war ich zu Kurzterminen bei einem Kunden. Viel Aufwand für überschaubaren Ertrag, das zerschoss andere Planungen und nahm den Fokus von Themen, die ebenso wichtig sind. Ineffizienz ist etwas, was ich schon so kaum leiden kann. Und in den nächsten Monaten wird genau dafür kein Raum sein. Hoffen wir, dass sich solche Aspekte marginalisieren. Ab Dienstag geht es eh ab.

Nach der gezielt gesteuerten Unruhe in der Blogstraße kehrte dankenswerterweise schnell wieder Ruhe ein. Die Verdoofung (Danke für das Wort @b30) habe ich ja skizziert und bin immer noch der Ansicht, dass das kein Zufall war. Mehr gibt es zu dem Thema auch nicht zu sagen.

Ein anderer Ort für erstaunliche Eitelkeitsauswüchse ist ein Grundstück im Dorf, das momentan noch einen Spielplatz beherbergt und nach Planungen bald auch das Gerätehaus einer Freiwilligen Feuerwehr tragen soll. Nach sechs Jahren Diskussion, einem Drama in zig Akten (kein anderes Grundstück ließ sich finden bzw. konnte aufgrund Unwillens der Eigentümer erworben werden) und einer mittlerweile sehr frustrierten Gruppe von freiwilligen Feuerwehr-Mitgliedern fängt eine Gruppe Personen mit der Suche nach Verhinderungsgründen an. Die Argumente sind dabei sehr dünn und sorgen eher für eine Spaltung von Menschen als dass gemeinsam eine Lösung (die der Verwaltungsvorschlag darstellt) gefunden wird. Jetzt gibt es den schönsten Zank und Verlierer:innen sind die, die helfen wollen. Ehrenamtlich.

Wenn ich mir etwas für die kommende Woche wünschen darf: Weitblick. Ganz viel davon und zwar für alle.

Das Sommerloch muss schon sehr groß sein, wenn man ohne Not eine Diskussion in einer Gemeinschaft vom Zaun bricht, die wir als Gesellschaft schon länger führen und die wir offensichtlich zu keinem Abschluss bekommen werden, weil Lebensrealitäten aufeinander prallen. Daraus entstand eine wenig hilfreiche Metadiskussion, die im Wesenskern so ablief:

“Ihr seid alle doof, ich habe recht und erkläre euch warum!”
"Du bist auch doof, ich mache es aber anders."
"Du bist am Dööfsten, weil du König der Doofen und damit Teil der Elite sein willst!"
"Ihr seid alle doof, hier sind zig Gründe und das könnt ihr woanders diskutieren, denn ich mache hier die Kommentare aus!"
"Er hat gesagt, dass wir alle doof sind, aber weil man bei ihm nicht kommentieren kann, schreibe ich dazu was."

Klingt ein bisschen nach Kindergarten, ist es auch. Der Initiator freut sich, denn seine Absicht ging auf. Und während alle mit Schaum vor dem Mund diese nicht gewinnbare Ablenkungsdebatte führen, gibt es handfeste Probleme, die nicht die benötigte Energie bekommen. Weil wir viel lieber über eine technische Konstruktion zur Verständigung (denn nichts Anderes ist Sprache) zanken. Und alles nur, weil jemand sein Schäufelchen schwang.

Merkt ihr selber, ne?

07.07.2025

Es gibt einige Dinge, von denen ich nachhaltig überzeugt bin. Und bei denen ich wiederholt die Erfahrung machen durfte, dass mich diese Prinzipien im Leben bisher nie enttäuschten. Eines ist das Prinzip, Menschen offen zu begegnen und ihnen die Chance zu geben, sich und ihre Sichtweisen zu erklären. Manche Zeitgenoss:innen mögen das als Naivität abtun, aber für mein Seelenheil ist es zuträglicher, nicht gleich an jeder Stelle möglichen Verrat zu riechen. Im Zuge meiner beruflichen Entwicklung habe ich mir eine durchaus veritable empathische Antenne aneignen können, die mir schnell sagt, ab wann ich die Offenheit abregeln muss.

Offenheit hilft mir, Menschen vorurteilsfrei zu begegnen. Ihren Antrieb und ihre Motivation nachzuvollziehen und den gemeinsamen Nenner zu finden - gleich in welcher Situation. Wir leben in einer pluralistischen und vielfältigen Gesellschaft, das Gegenteil von Offenheit kann ich mir folglich nicht leisten. Mir ist die Perspektive von Minderheitsgruppen wichtig und wenn ich etwas tun kann, was ihnen hilft - dann mache ich das. Das sind oftmals nur kleine Dinge, die aber gleich einen positiven Effekt haben und das Gefühl von Akzeptanz und Wahrnehmung erzeugen.

Mir ist bewusst, dass andere Menschen diese Sichtweise nicht teilen. Ich werde auch niemanden zwingen, meine Perspektive zu übernehmen. Aus vielfältiger Erfahrung weiß ich, dass Lebenswege oftmals sehr verschlungene Pfade nehmen und allein aus diesen Erfahrungen Einstellungen entstehen und nicht unmittelbar zur Disposition stehen. Womit ich mich aber schwer tue, ist das Heranziehen jedes noch so dünnen Arguments um die eigene Wahrnehmung um jeden Preis verteidigen und jede andere Akzentuierung im Wesenskern negieren zu wollen. Auf einer Metaebene kann jede gesellschaftliche Konvention als ideologisch geprägt und damit hinterfragbar definiert werden. Wir sollten uns nicht anmaßen, den heiligen Gral der Lebensführung entdeckt zu haben.

Fremde Perspektiven, andere Eindrücke empfinde ich nicht als Störfaktor. Sie bereichern meine Denkweise und fordern mich heraus, gewonnene Standpunkte auf Schwachstellen abzuklopfen. Was gestern oder möglicherweise heute galt, muss morgen nicht zwangsläufig richtig sein. Wir tun als Gesellschaft gut daran, auf den Wandel der Zeit progressiv zu reagieren. Und das bedeutet auch, dass man von Zeit zu Zeit liebgewonnene oder als normal verstandene Konventionen reflektieren sollte.

Allein aus einem einfachen Prinzip.

06.07.2025

Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 27/2025

Der Sommer hat uns in dieser Woche mit voller Wucht erreicht. Dienstag und Mittwoch ging wenig, aus einer Portion Irrsinn, aber auch Pflichtgefühl war ich allerdings bei der Stadtratssitzung, die sich nach zwölf sehr schnell abgehandelten Tagesordnungspunkten zur Hitzeschlacht entwickelte. Entschädigt hat dafür das Get-Together mit der Fraktion, bei der wir ein, zwei gute Dinge dachten.

Die berufliche Situation hat sich durch Neukunden weitestgehend so entspannt, dass ich den Sommer über etwas beruhigter agieren kann. In der Perspektive könnte das auch für den Rest des Jahres gelten, dafür muss aber noch Feld bestellt werden. Dennoch wäre es mir für die kommende Phase lieber, wenn die Bewegungen in der Auftragslage mehr zyklische Bewegungen annähmen.

Gestern waren wir zum ersten Mal nach langer Zeit schwimmen. Dabei merkte ich, dass ich doch besser schwimmen kann als gedacht. Nur die Ausdauer lässt zu wünschen übrig und muss in Angriff genommen werden. Praktisch, dass das Freizeitbad in Nähe liegt und momentan die Phase der Sommerferien der auswärtig verbliebenen Mitbürger:innen anliegt. Wir werden das sicher für uns zu nutzen wissen.

Danach stand noch der Einkauf an, den ich erstmals mit einem Handscanner bestritt und den Prozess angenehm vereinfachte. Lediglich die Erfassung von Obst und Gemüse ist etwas lästig, ansonsten muss ich den Kram nur bis zur Expresskasse verbringen und dort den erzeugten QR-Code vom Handscanner erfassen. Kein erneutes Aus- und Einladen, einfach zahlen und gut. Jetzt muss nur noch das WLAN dort wieder funktionieren, dass ich aus diesem hervorragend netzabschirmenden Gebäude mit der Liebsten zu Rückfragen bei der Einkaufsliste kommunizieren kann.

Sommergetränk des Jahres 2025 wird aller Voraussicht nach Jever Fun in der 0,5l-Dose.

Einige Mitglieder:innen aus dem UberBlogr-Kosmos verfolge ich sehr gern, dazu gehört auch Konstantin. Seine konzeptionelle, sehr stringente Denkweise zieht sich durch seine Notizen, die Themen finde ich immer hochgradig interessant. Wer noch nicht vorbei geschaut hat, bitte unbedingt nachholen - unbedingte Empfehlung.

Gestern schrieb Konstantin über v0.dev, ein Tool für die KI-generierte Erstellung & Konzeption von Websites. Geneigte Leser:innen kennen meinen Kritizismus in Sachen KI, die Art und Weise wie Konstantin über v0.dev schrieb, war aber ermutigend. In dem Sinne, es doch mal selbst zu versuchen:

Endlich ein Tool, das annähernd so schnell ist, wie ich denken kann, insbesondere, was Flows und Interaktionen angeht. Mit Figma (oder irgend einem anderen Layout-Tool) bin ich leider zu langsam. Mir war gar nicht bewusst, wie mich das frustriert hatte, bis zu dem Erlebnis mit v0 heute.

(Konstantin in seiner Notiz)

Beim Einstieg stieß mir gleich ein Aspekt etwas nervig auf, die Notwendigkeit eines Vercel-Logins für die Nutzung. Ich war mir nicht sicher, ob ich meinen in meiner Minimalismus-Attacke Anfang des Jahres beerdigt hatte - scheinbar aber nicht. Dann fiel mir aber nach dem Login gleich auf, dass ich im Falle einer Publizierung gar nicht an Vercel gebunden sei, sondern das auch woanders könne. Damit war der aufkommende Ärger gleich gedeckt.

Aber was wollte ich denn jetzt denken? Mir fiel ein, dass meine Hauptdomain ja eigentlich schon immer brach lag und ich die Umleitung zu LinkedIn ebenso längst ad acta gelegt hatte. Also gab ich in den Prompt Folgendes ein:

I want to create a simple landing page introducing Denis Scollie, a digital marketing professional with 13 years of experience.

Keine Designvorgaben, kein Schnick-Schnack. Einfach plain, so wie ich auch gerne bin und denke. v0 dachte vier Sekunden nach und zauberte dann eine Seite auf Basis von Astro, die mich auf zwei Ebenen beeindruckte: Sie war simpel und schick und vor allem: Der Code ist brauchbar, er ist auf das Nötigste reduziert. Keine aufgeblähte Grütze, sondern einfach und nachvollziehbar. Mit Vorschlägen kann die Seite noch beliebig erweitert werden, z.B. eine Testimonials- oder Portfolio-Sektion. All das in Kürze gebaut, schon sehr faszinierend.

Die Seite selbst werde ich vermutlich nicht nutzen, mein Anspruch ist es, sie selbst zu machen. Aber allein die Möglichkeit, das mal eben zu denken und daraus Inspiration für die tatsächliche Seite zu ziehen, finde ich wertvoll. Es ist echt ein Gamechanger verglichen zu Figma und vergleichbaren Tools.

Warum ich das alles schreibe? Ich hatte gestern Konstantin eine Mail geschrieben und meine positiven Eindrücke in Kurzform geschildert. Seine Antwort darauf enthielt folgenden Satz:

Vielleicht berichtest Du in Deinem Blog über Deine Erfahrungen :-)

Hiermit erledigt, danke für die Anregung!

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