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16.08.2025

Das Thema RSS lässt mich nicht los. Es muss doch eine Darbietungsart geben, die mir die Verfolgung erlaubt und gleichzeitig nicht durch Benachrichtigungen triggert. Dann fiel mir eine Konversation mit Konstantin ein, in der er mir von seinem Reader erzählte und ich seine Idee charmant fand. Natürlich wollte ich nicht 1:1 abkupfern, sondern etwas Eigenes bauen. Und heute stach mich der Hafer.

Ich hatte lange hin und her überlegt, PHP erwies sich allerdings als zweckmäßigster Angang. Neben PHP wird mit einem JS-Script die Darstellung gehandelt, die Feeds werden über eine JSON beschworen. Das ist alles noch viel Voodoo, dafür liegt der ganze Spaß nur bei 37 kB. Ohne gecachte Feeds. Ich bin beeindruckt, wie klein solch eine doch nicht ganz triviale Idee in der Ausführung sein kann.

Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, aber dafür ist das ja ganz bewusst die v0.1. Wie verbessere ich Ladezeiten, wie kann ich Beitragsbilder darstellen, wie bekomme ich eine noch ansprechendere Optik hin? Und wie gehe ich mit Beiträgen ohne Titel um, da das bisher mein Linkout zu den Beiträgen ist? Das sind Fragen, die mich in Folgeiterationen beschäftigen werden und bestimmt geht das alles noch effektiver und vermutlich besser. Aber ich bin für die erste Version schon sehr happy. Es geht ja im Wesentlichen um die Funktion. Und die ist da.

Wer mal Einblick nehmen möchte, hier geht es entlang. Bewusst ohne SSL, da das ja nur eine kleine Spielerei ist. Für Verbesserungsvorschläge bin ich sehr offen, im Programmieren bin ich halt immer noch ein Depp. Aber ein lernwilliger.

10.08.2025

Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 32/2025

Zunächst die gute Nachricht: Dem Kater geht es wieder besser. Bis Mittwoch war er noch sehr geschlaucht, seitdem geht es bergauf und er beherrscht die Terrasse wie ein “Großgrundbesitzer” (so die Liebste).

Ansonsten war die Woche insgesamt zäh. Arbeitstechnisch ruhiger, aber von Kleinthemen beherrscht. Privat bereiten wir uns auf eine weitere Runde Sperrmüll vor und es bewegt sich Inventar von einer zur anderen Stelle, die Ruhe vor dem Sturm. Mittlerweile hat mich das Fieber des Ausmistens gepackt und ich hoffe, dass wir nach der Garage den Keller auch bald leer kriegen. In der Phase, in der wir hier einzogen, verstarb mein Vater. Irgendwie haben wir das aus der Not geborene Chaos im Keller seitdem belassen, nie wirklich angegriffen. Jetzt ist der Zeitpunkt, uns von den Dingen zu lösen. Es fühlt sich sehr befreiend an.

Meine “Worte ins Internet-Publizieren”-Laune war diese Woche gering. Kann vielleicht auch daran liegen, dass immer noch bzw. wieder mit Schäufelchen um sich geworfen wird. Daher habe ich eher Medien konsumiert, unter Anderem ein sehr interessantes Feature von WDR5 dok5 zum zweiten Golfkrieg. Manchmal muss man sich ja auch etwas zurück nehmen, besonders in einer Phase einer leichten mentalen Erschöpfung. Alles gut, aber die letzten Monate waren und sind reich an Ereignissen und vielleicht habe ich zu oft Tapeten mit ablenkenden Motiven vor die Wand der Tatsachen gehängt.

Freitag stieß mir Kästners Knigge für Unbemittelte in die Hände. Geschrieben 1928 und wenn man sich dieses Stück Lyrik besieht, stechen einem Parallelen deutlich in die Augen. Mögen wir uns an dieser Erkenntnis im Positiven aufladen.

04.08.2025

Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 31/2025

Huch, wieder eine Woche vorbei und dann ist auch noch #TWTWTW verspätet? Das ist ja eine Frechheit, hat aber Gründe.

Beruflich war es eine wilde Woche. Viele Themen, leider ein großes und sehr nerviges. Zum Ende hin wurde alles wieder einigermaßen gut. Aber noch so eine Abfolge von extremen Arbeitstagen (Donnerstag und Freitag der Vorwoche) brauche ich so schnell nicht wieder. Am Ende habe ich viel kalte Suppe ausgelöffelt. So kann man es zusammen fassen und tiefer ins Detail möchte ich gar nicht gehen.

Anfang bis Mitte der Woche hatte ich zwischendurch aber Muße, zu bloggen. Und habe damit im Kleinen ein Thema gesetzt: RSS oder doch lieber die Seiten ansurfen. Dass einige Blogger-Kollegen ihre Sicht der Dinge schilderten, hat mich sehr gefreut und lehrreich war es dazu. Dann meldete sich auch noch Frank und hat mir sehr charmant meinen Fehler in der robots.txt aufgezeigt - davon berichtete ich ja. In der Konversation gab es zwei, drei Sätze, die sich bei mir eingebrannt haben und sicher Teil des Jahresrückblicks sein werden. Es ist ein Ritterschlag, wenn meine kleine Versuchsanordnung ohne großes Ziel anerkannt wird. Gar nicht so aus einer egoistischen Perspektive, sondern die Dankbarkeit über echtes, wertschätzendes Feedback. Meine Anregung an euch: Gebt jemanden aus eurem Umfeld ein solches Feedback - auch als Übung für euch. Am Ende geht ihr beide reicher aus dieser Unterhaltung.

Eine andere mir wichtige Sache: Vor ein paar Wochen hatte ich in meiner Not wegen der Philetta in der Küche und des einfach nicht erwerbbaren NF-Tonsteckers bei der Firma Neufeldt & Kuhnke um Rat gebeten - Jörg und Team sind mir im Fediverse aufgefallen und Profis im Erhalt von alten Schätzen. Was ich im Folgenden erleben durfte, war eines der fantastischsten Kundenführungserlebnisse jemals. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne beobachtete ich das Entstehen eines Prototyps, die Höhen und gelegentlichen Herausforderungen einer Entwicklung und letzte Woche dann die Nachricht, dass der Stecker fertig sei und wir den Vorserien-Prototypen erhalten werden. Anfrage, Bestellung und Abwicklung über das Fediverse, nur die Rechnung und die Zahlung liefen woanders. Vergesst Instagram Shopping und den ganzen anderen Dreck - das ist das wahre Einkaufserlebnis. Und ich fühlte mich zeitweise, als wäre ich dabei gewesen. Und all das ein Erbe des vielgepriesenen German Engineerings. Neufeldt & Kuhnke gehen sehr bewusst Wege abseits des Mainstreams und brauchen daher diese Unterstützung, die wir als shop local kennen. Daher meine dringende Bitte: Schaut auf der Seite vorbei, folgt dem Mastodon-Kanal und checkt, ob ihr nicht im Keller eine Gerätschaft oder eine andere Absonderlichkeit der Vergangenheit hortet. N&K können das.

Warum erst heute der Rückblick? Der Kater war am Wochenende wieder von einer Verstopfung geplagt und unser Sonntag und besonders die Nacht zum Montag davon geprägt. Inzwischen waren wir aber beim Tierarzt und der Patient lässt sich gerade die Sonne auf den Pelz scheinen. Soweit also alles gut - die Liebste und ich könnten aber drei Tage durchschlafen.

Der Vorsatz für die neue Woche: Piano ist auch ein Tempo.

Mit meinem Beitrag am Montag habe ich offensichtlich einen Nerv getroffen, das zeigen die Rückmeldungen in Form von Mails, Posts im Fediverse und auch Erwähnungen in anderen Blogs. Dafür möchte ich mich bedanken - in einen konstruktiven Austausch zu geraten war meine Hoffnung. Dass diese sich erfüllt, freut mich sehr.

Was ich interessant finde, ist die anscheinende Mehrdeutigkeit des Posts. Während Daniel und Frank das von mir beschriebene “Landstreichertum” auch empfinden, haben Jan, John und Björn aus meinem Text ein Plädoyer für die Nutzung von RSS abgeleitet. Meine eigentliche Intention war es, Erstgenanntes als Modus operandi darzustellen und für den Besuch von Blogs zu werben. Die Darstellung als Einstehen für RSS empfinde ich jedoch nicht als fehlgeleitet, sondern als anders interpretiert. Weil genau so wichtig.

In einer Situation, in der das Internet zum Oligopol zu verkommen droht, brauchen wir den Pluralismus als feste Wehr. Inhalte, fern von regulierter Durchlauferhitzer-Qualität. Auf souveränen Plattformen, einzig der dezentralen Kommunikation verpflichtet. RSS ist dafür ein mehr als probates Mittel, den Überblick zu wahren. Genau so wie sich durch Impulse treiben zu lassen. Oder auf Rivva die neuesten Trends abzuleiten. Wichtig ist das Handeln, die freien Angebote wahrzunehmen. Und da möchte ich alle ermutigen, in Aktion zu treten. Gleich wie ihr das organisiert.

Wir haben mit der wieder stärker werdenden Blogger:innenszene die einzigartige Chance, Kommunikation zu gestalten. Gewohnheiten zu hinterfragen, Konventionen auf ihre Belastbarkeit zu erproben und fast verloren geglaubte Räume zurückzuerobern. Lasst uns die Gelegenheit nutzen. Es ist unser Raum, jetzt und hier.

29.07.2025

Meine persönliche Geschichte mit Linux beginnt Anfang der 00er, als ich von jemanden Installations-CDs für SUSE bekomme. Das Setup war mit “pain in the ass” nur unzureichend beschrieben, mein Beschäftigungswille war auch nach kurzer Zeit gebrochen und ich habe für mich entschieden, dass Windows XP doch das bessere Betriebssystem für mich sei. Kurze Zeit später entdeckte ich dann die Welt von Apple und bin seitdem dort auch sehr zufrieden. Alle paar Monde packt mich aber doch der Wille, es zumindest nochmals zu probieren. Lange Zeit war dabei Ubuntu der Driver, seit einiger Zeit Linux Mint, aber es hielt trotzdem nie lange an. Die Gründe dafür:

Die Optik

Ja klar, die Distributionen sind dafür gebaut, auch möglichst abwärtskompatibel zu laufen. Aus Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit ist das maximal zu unterstützen. Ich möchte auch nicht die ehrenamtliche Arbeit von zahllosen Open Source-Entwicklern in irgendeiner Weise kritisieren. Aber da treffen einfach Realitätsperspektiven aufeinander. Es gibt wirklich keine Distro, die mich out-of-the-box überzeugt. Natürlich gibt es Dinge wie Ricing, also das Selbstgestalten der Umgebung durch Anpassungen der verwendeten Elemente. Aber das ist zeitlich aufwendig, nicht immer funktioniert es und oftmals bleibt es ein Kompromiss mit Beigeschmack. Dazu kommt, dass Linux gewisse Schriftarten sehr gut rendern kann, ein gewisser Teil (und das sind ausgerechnet meine Lieblings-Fonts) bleibt an den Kanten unscharf. Das triggert mich unheimlich und ich muss zugeben - ich hassse Open Sans. Diese bauchige Gestaltung hat nichts mit einer Sans Serif zu tun. Für diese Meinung kann man mich gerne kritisieren, aber da bin ich Purist. Und für Puristen ist Linux im ersten Schritt halt eine gewisse Enttäuschung. Wenn man darüber aber spricht, stößt man gleich auf das nächste Hindernis.

Der Umgang in der Community

Liest man in Foren oder anderen Selbsthilfeangeboten, besteht die Welt der Anwender:innen gefühlt nur aus zwei Extremen: Power-User & Neuling. Dazwischen gibt es nichts jedenfalls nicht in der Breite. So verlaufen die Gespräche immer gleich: Ein Neuling stellt eine vermeintlich naive Frage, bekommt fünf bis sechs hochkomplexe Antworten und mindestens einen mittelfreundlichen Hinweis, sich bei nächster Gelegenheit doch wieder zu verziehen, wenn man sich nicht auf Linux einlassen wolle. Diese Erlebnisse sorgen in der Regel dafür, dass das zarte Vertrauenspflänzchen bei denen, die es wirklich versuchen wollen, direkt eingeht und sie im schlimmsten Fall es nie wieder probieren werden. Natürlich kann man gewisse Fragen nach dem xten Mal nicht mehr hören und vermutlich ist der Frust von Entwicklern irgendwann massiv aufgebaut - aber am Ende ist jede gelungene Kommunikation auch ein von Linux überzeugter Mensch. Besonders jetzt, in der Zeit der Wiederentdeckung digitaler Souveränität wäre es ein Gewinn, viele Menschen für Linux zu begeistern. Vor allem tun einige Distributionen massiv viel dafür, dass der Einstieg so einfach wie möglich ist.

Und trotzdem, es gibt auch viele Gründe für Linux. Ich begreife viele Aspekte des Computers besser, bleibe durch das Hüpfen von OS zu OS im Kopf beweglich und zwinge mich zu veränderten Routinen in der Nutzung. Mittlerweile habe ich systemd-analyze durchgespielt und fühle mich beim Gedanken geeky, den Bootvorgang mit etwas Terminalgemurkse beschleunigt zu haben. Folglich ist das Terminal über die Zeit auch bei meinen Macs immer wichtiger geworden. Ich profitiere also in egal welchem Setting von meinen gemachten Erfahrungen. Und das ist für mich der wahre Mehrwert, gleich welches Betriebssystem für mich im Alltag das Geeignetere ist.

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