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08.04.2023

Mittlerweile ist Facebook ja eher eine Ruine, in der nur zwischen “Junggebliebenen” und verwaisten Accounts unterschieden werden kann. Mein Account gehört zur zweiten Kategorie, er existiert nur noch für berufliche Zwecke (falls sich Kunden von uns wünschen, dass ich sie operativ dort unterstütze) - alle privaten Inhalte habe ich gesichert und dort gelöscht.

Gelegentlich schaue ich aber doch mal rein, so ungefähr alle paar Monate, wenn der Zähler an neuen Ereignissen mal wieder massiv hochgegangen ist. Meistens haben die immer gleichen zwei Accounts etwas gepostet, es gab ein Event, dass mir auf anderer Ebene mitgeteilt worden war oder mir werden völlig unbekannte Personen als potentielle Freund:innen vorgeschlagen. Meistens ist der erste Post, den ich zu Gesicht bekomme, ein politisch aufgeladenes Thema. Rundfunkbeiträge, Steuern, irgendwelche “Zwangsabgaben” - you name it. Die Diskussionen sind intensiv, von äußerster Emotionalität geprägt und gehen über Tage. Oftmals sind die sachlichen Argumente in der Minderheit, immer öfter werden sie erst gar nicht geäußert. Die perfekte Echokammer, in der krude Ansichten hervorragend gedeihen.

Mir stellt sich dann immer die Frage, wie man sich regelmäßig den Tag mit solchen Themen versauen kann. Und was die Menschen mit der Energie anfangen könnten, wenn sie nicht ihren Frust ins Internet schreiben, nur im Elfenbeinturm verharren. Aber auf dem eigenen Hintern sitzen bleiben und im Internet pöbeln ist wohl bequemer. Das einzig Schlimme für die Connoisseure der Opferdialektik muss sein, dass ihre Reichweite tagtäglich sinkt. “Draußen” ist es nämlich viel schöner als bei Gesäßbuch.

06.03.2023

Unlängst tauchte bei mir ein freundliches, aber bestimmtes Schreiben des hiesigen Finanzamts auf. Darin wurde ich gebeten, für die Jahre 2019-2021 doch binnen einer gewissen Frist Steuererklärungen zu tätigen. Mich stresst sowas, weil ich von der Materie wenig verstehe und immer das Gefühl habe, dass ich aufgrund der Unwissenheit dann (vermeidbare) Fehler begehe.

Vorgestern packte mich dann der Erledigungswunsch und ich habe die notwendigen Belege sortiert und mit Steuerbot alles durchgearbeitet. Weil ich schon dabei war, habe ich 2022 auch erledigt. Wenn die Berechnungen von Steuerbot stimmen (davon gehe ich aus, denn das ist ja deren Geschäftsmodell), habe ich für 2021 zwar etwas nachzuzahlen, aber in Summe ergibt sich ein Plus für mich. Insofern hat sich der Aufwand vermutlich gelohnt. Und das ist ja ein netter Zufall.

04.12.2022

Nachdem ich Fuchs euch mit dieser Überschrift ausreichend provoziert habe, kann ich die entstandene Aufmerksamkeit für die (in meinen Augen relevante) Ankündigung nutzen, dass ich meine Überlegungen aus dem letzten Post in die Tat umgesetzt und eine eigene Mastodon-Instanz (nur für mich) aufgesetzt habe. Mein Mastodon-Handle ist seit gestern @densco@social.densco.net.

An dieser Stelle ein großer Shout-Out an Weingärtner IT-Services, Markus leistet für das Fediverse einen großartigen Beitrag und bietet niedrigschwellig einen guten Einstieg für Menschen, die ohne viel Gewese eigene Fediverse-Instanzen an den Start bringen möchten.

20.11.2022

Twitter war einst eine Plattform, in und mit der ich viel Spaß hatte und tolle Menschen kennen lernen durfte, mit denen ich heute noch zu tun habe. Die frühen Jahre waren wie ein Abenteuerspielplatz, auf dem man viel ausprobieren konnte. Es war auch unfassbar unterhaltsam, was man dort teilweise so lesen konnte. Mittlerweile ist von diesem vormaligen Paradies gar nichts mehr übrig geblieben, der Umgangston ist verfallen und nachdem ein von sich eingenommener Milliardär den ganzen Bums übernommen hat, gibt es absolut gar nichts mehr, was User:innen mit auch nur einen Funken Anstand im moralischen Kompass dort auch nur verweilen lassen sollte.

Seit 2018 habe ich bereits einen Mastodon-Account, der seit längerer Zeit bereits mein wesentliches Handle für Austausch mit anderen Menschen in Social Media-Manier ist. Dabei ist Mastodon Teil einer großen Vision: dem Fediverse. Ein loses und doch in sich verknüpftes Netzwerk verschiedener Dienste, in dem die Server und Anwendungen miteinander kommunizieren können. Also genau das, was man von einer Gemeinschaft globalen Ausmaßes erwarten würde - nur eben digital.

Durch den freidrehenden Neu-Twitter-Besitzer bekommt Mastodon (aber auch die anderen Dienste) gerade einen massiven Push an Userzahlen. Ob das das Fediverse technisch verträgt, ist nicht die Frage - es geht eher um das kulturelle Miteinander. Passionierte (und prominente) Interneterklärer klicken sich in der erstbesten Instanz Accounts, um ihr bereits mehrfach geäußertes (und völlig ahnungsbefreites) Misstrauen nun auch am Ort des Geschehens zu verbalisieren und natürlich gelangen auch Individuen ins Fediverse, die Twitter mit ihren absurden Takes so anstregend gemacht haben. Da hilft nur Gleichmut und die konsequente Anwendung von Filtern, dem Muten und schlussendlich das Blocken. Manche Dinge ändern sich halt nicht.

Dennoch habe ich große Hoffnungen, dass Mastodon und das Fediverse noch lange Horte der entspannten und gepflegten Konversation bleiben. Trotz der massiven Wellen an Twitter-Eskapisten ist das Miteinander weiterhin total angenehm, ich konnte bereits viele alte Bekannte wieder finden, aber auch neue Kontakte kennen lernen. Und das Schöne: Ich habe totale Lust, mich selber mehr mit dem Fediverse auseinander zu setzen, die anderen Dienste zu testen oder auch selber eine Instanz (also einen Server) zu hosten. Denn das Fediverse symbolisiert für mich einen frühen Gedanken des Internets: Wissen annehmen und weiter geben, Ressourcen nutzen und teilen. Ich fände es schön, wenn das auch viele Andere so sehen.

23.09.2022

Eines meiner absoluten Lieblingsspiele ist The Curse of Monkey Island. Dicht gefolgt von The Secret of Monkey Island. Umso erstaunter und danach erfreuter war ich, als Ron Gilbert (der geistige Vater der Serie) auf seinem Blog ankündigte, dass er ein neues Monkey Island-Spiel macht. Und genau dieses Spiel ist nun seit letztem Montag verfügbar. Hier meine zwei Cent nach erstem Anspielen (nur eine Stunde, Arbeit und andere Dinge müssen ja auch erledigt werden).

Grafik

Dieser Punkt ist mit Erscheinen des ersten Trailers am Heftigsten disktutiert worden. Auch ich war im ersten Moment etwas skeptisch, hatte mich aber entschieden, dem Ganzen eine Chance zu geben und nicht wie andere Puristen beleidigte Hasskommentare zu formulieren. Im Spiel selbst fühlt es sich sehr gut an, das etwas eckige Gesicht von Guybrush scheint aus den frühen 90ern direkt ins Hier und Jetzt gemorpht worden zu sein. LeChuck sieht für mich eher nach Holzpuppe als nach einem Untoten aus, aber das kann auch einfach an mir und meiner Wahrnehmung liegen.

Steuerung

Erstaunlich einfach und smooth. Guybrush reagiert sehr schnell, die Intuivität lässt die über Bord geworfenen Verben nicht vermissen. So muss sich Point-and-Click 2022 anfühlen.

Sound

Musikalisch ist es total atmosphärisch, Michael Land und Co. haben erneut großartige Arbeit abgeliefert. Die Sprachausgabe ist rein englisch, das hatte ich erst nicht auf dem Schirm und war etwas enttäuscht, dass mir Norman Matt nicht wie in Teil 3 akustisch zur Seite stand. Ich lasse die Dialoge jetzt aber dennoch auf englisch laufen, die deutschen Texte stehen ja zur Not dabei und Dominic Armato ist ja auch ein verlässlicher Begleiter.

Rätsel

Obwohl ich es nicht zu kniffelig mag, muss ich sagen, das beim normalen Schwierigkeitsgrad es mir schon fast zu einfach geht. NPCs weisen mich darauf hin, wenn ich etwas “vergessen” habe, es gibt eine ToDo-Liste, die ich immer wieder checken kann und bei der Voodoo-Lady erhält Guybrush das Buch der Hinweise, dass mit drei Klicks alles zu den Aufgaben verrät. Ich habe den komplexeren Schwierigkeitsgrad aber für die zweite Runde vorgesehen, mal schauen, wie mir der zusagt.

Story

Ohne viel zu spoilern: Ich finde den Ansatz interessant und als mir aufging, dass ich im ersten Teil nicht den kindlichen Guybrush, sondern dessen Sohn steuerte, war das schon ein besonderer Moment. Es ist, als ob der gute alte Mr. Threepwood mit uns Spielern mitgealtert ist, der graue Bart beim ersten Anblick verrät es. Und mit diesem Vibe kann man auch die ganzen Rückblenden und Referenzen entspannt genießen und sich über vergessene Gags freuen.

Fazit

Ich mag das Spiel. Und freue mich bereits auf weitere Stunden in der Karibik mit Guybrush, Elaine, Stan und den anderen Verrückten. Für absolute Neulinge ist es vielleicht nicht unbedingt der perfekte Einstieg in die Serie, bei archive.org kann man aber zunächst Teil 1 und Teil 2 spielen, bevor man zu Return to Monkey Island wechselt. Es lohnt sich.

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