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24.04.2025

Momentan beschleicht mich wieder das Gefühl, dass irgendwie keine Sache so recht gelingt. Als hätte sich seit einem Jahr das Misfortune an die Fersen geheftet. Daraus immer wieder positiv heraus zu gehen, neuen Dingen eine Chance geben - all das ist sehr anstrengend. Scheinbar geht es nicht nur mir so, gestern las ich von einer Studie über die Zufriedenheit von Menschen. Spoiler: Es gibt eine deutliche Eintrübung. Die rührt gar nicht aus dem her, was die Politik als Ursachen eruiert. Sondern eher aus dem, was als Lösungen angestrebt wird.

Nachrichten konsumiere ich nur noch sehr dosiert, ich kann ja nicht den ganzen Tag auf die offenkundige Verirrtheit von Verantwortlichen reagieren. Mir fehlt eher ein Anker der Positivität. Eine Erkenntnis, die mich schon länger begleitet. Dass man auf regelmäßiger Basis mal ein paar Stunden aus dem Alltag ausbricht. Aber so sehr ich auch überlege: Mir fällt nichts ein, was dieses Kriterium erfüllt und mir Spaß bereitet. Stattdessen flüchte ich mich in fixe Ideen, die dann auch scheitern. Das hat natürlich wieder Einfluss auf meine Laune. Und die Anderer.

Vermutlich muss ich mich einfach überwinden, einfach mal den sauren Apfel verspeisen und aus der Komfortzone geraten. Aber ob es “draußen” frustfreier sein wird? Ich weiß es nicht. Und dieser Zweifel hat es sich in mir bequem gemacht. Am Ende ist es eine reine Nervensache, ich selbst gegen bzw. für mich. Kann ja nicht so schwer sein.

09.04.2025

Heute bin ich über die aktuelle Folge Realitätsabgleich (WRINT) gestolpert und hörte Holgi & Toby über Eskalationen im Privaten sprechen. Dabei sprach Holgi einen Gedanken an, der mich packte. Es gibt die Micro- (die private) und die Macro-Umgebung (das Weltgeschehen), in denen beiden ideal “Ruhe” herrscht. Sollte eines mal unruhig werden, hat man im Zweifel immer noch das Andere als Ausgleich. Was passiert aber, wenn in beiden Umgebungen dauerhaft disruptive Ereignisse eintreten und man nur noch getrieben ist?

Für mich war die Folge sehr heilsam, weil es wieder den Horizont dafür öffnete, dass es auch anderen Menschen so geht wie mir. Man blickt auf das Weltgeschehen und sieht in Vielem nur noch Irrsinn. Die Ratio weicht der Gier und kurzfristigen Perspektiven. Im Privaten gibt es bei einigen Menschen mehr, bei anderen weniger Einschläge härterer Art. Aber wenn ein fragiles Micro auf ein volatiles Macro trifft, kracht es. Und das nicht zu knapp.

Im Leben sind wir alle Amateure, mit zunehmenden Alter erfasse ich das immer mehr und gleichzeitig will ich immer weniger mit der Welt da draußen zu tun haben. Jedenfalls mit der Oberflächlichkeit, mit der Verirrung in falsche oder nicht vorhandene Werte. Gleichzeitig erfordert das Berufsleben, diese Spielchen zu einem gewissen Grad mit zu betreiben. Und das unabhängig von dem Beruf, den man ausübt. In meiner Branche ist das sicherlich ausgeprägter. Inzwischen (re)agiere ich da mit einer Distanz. Ich werde bald vierzig, ich muss nicht mehr jede Hürde überspringen.

Mit Augenmaß handeln ist die Devise. Das Micro ist viel unmittelbarer als das Macro. Das soll kein Plädoyer für den Rückzug ins Private sein. Aber am Ende kann ich nur das beeinflussen, was sich in meiner Reichweite befindet. Der Rest wird sich schon zurecht ruckeln. Wäre schön, wenn wir diesen Prozessen etwas mehr Raum gäben. Aber was weiß denn ich.

12.03.2025

Gestern flog ein Bot-Post durch meine Mastodon-Timeline. Dieser Account gibt den Jahresfortschritt in Prozent an. Wir liegen schon wieder bei 19% abgelaufenem Jahr. Wo ist die Zeit hin? Und warum fühlt es sich jedes Mal so erschreckend an, wenn man das realisiert?

Ich habe ein paar Dinge am Blog angepasst, die Menüführung ist entschlackt und der Großteil in den Footer ausgelagert. Dafür musste ich tricksen und eine zusätzliche Partial-Datei erzeugen, jetzt sieht es aber kongruenter aus. Hendrik hatte mich in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass die Links oben etwas “schwimmen”, das habe ich damit hoffentlich verbessert. Außerdem gibt es jetzt eine /now-Seite, die ich aus einer archivarischen Sicht angelegt habe. Alles so kleine Tweaks, die gar nicht lange dauern - für die ich aber in den letzten Wochen keinen Kopf hatte.

Und sonst so? Leben. Und atmen. Den Kopf nicht verlieren. Liest sich einfach, ist es aber gar nicht. Vermutlich muss ich meine “Das kleine Glück”-Reihe auf Mastodon wiederbeleben. Fürs Gemüt wäre das eine Hilfe.

Heute Morgen nervte mich schon wieder ein Umstand, der einen äußeren Ursprung hat, aber uns beeinflusst. Vermutlich hat sich das im Tagesverlauf schon wieder geklärt. Nervig ist das Thema trotzdem. Und mit der ihr eigenen pragmatischen Orientierung sagte die Liebste “Wir schaffen das schon!”. Einen Satz, den sie in solchen Lagen sagt. Der aber auch immer eintritt und offenbart, wie verlässlich ihre Zuversicht ist. Ich bin sehr dankbar, dass sie die Frau ist, mit der ich mein Leben teilen darf.

Ich erwähne es ja hin und wieder: UberBlogr wächst sehr erfreulich und zeigt, wie Vernetzung auch im offenen Internet möglich ist. Eines der frisch neu “zugezogenen” Mitglieder ist Herr Tommi, der mit einer Blogparade uns alle dazu animierte, unseren Blogging-Habitus zu reflektieren. Finde ich gut, daher mache ich auch mit und stelle mich dem Verhör. 😉

Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?
Mein erstes Blog entstand in der Hochphase des Web 2.0, als das Führen eines Blogs en vogue war. Für mich ist Bloggen ein Prozess des lauten Denkens. Gedanken auszuformuliert zu publizieren hilft mir, Strukturen im Denkprozess zu bewahren.

Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog und warum hast Du Dich dafür entschieden?
Seit Anfang des Jahres nutze ich Hugo. Ich mag Static Site Generators, sie sind leicht und ermöglichen viel Kontrolle.

Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?
Oh ja, da gab es Einige. Joomla, WordPress und Jekyll.

Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?
Die Blogposts entstehen lokal, ich schreibe direkt im Editor. Dafür ist das für meine Zwecke völlig überdimensionierte VSCodium mein Vehikel der Wahl. Wenn ein Blogpost etwas länger braucht (Gedanken benötigen manches Mal ihre Zeit), benutze ich Joplin als Zwischenspeicher. Das kommt aber sehr selten vor.

Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?
In dem Moment, in dem ich den Editor öffne. Meist gibt es einen Gedankenimpuls und dann entsteht der Text in einem Fluss. Ich schreibe selten besonders lange Texte, daher ist der Zeitraum zwischen Anlegen der Markdown-Datei und der Publizierung nicht unbedingt groß.

Veröffentlichst Du Deine Texte sofort oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?
Recht unmittelbar. Je länger ein Text liegt, desto zweifelhafter finde ich ihn.

Über welche Themen schreibst Du generell?
Über Themen, die mich und mein Umfeld unmittelbar betreffen. Das kann eine persönliche Empfindung sein, genau so kann aber auch die örtliche Nahverkehrssituation Gegenstand eines Posts werden. Das Kriterium ist immer, ob mich das Thema genug “kitzelt” und ob ich dazu etwas zu sagen habe.

Für wen schreibst Du?
In erster Linie ist dieses Blog eine Form von Output für mich. Dinge, die sich nicht in 500 Zeichen auf Mastodon differenzieren lassen, sondern der bewussteren Auseinandersetzung bedürfen. Das macht den Kreis potenzieller Leser:innen vielleicht enger, es gibt sie aber und ich erhalte sehr bestärkendes Feedback von ihnen. Das freut mich sehr, die die Texte ja einer sehr subjektiven Petrischale entstammen. 😉

Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?
Ein guter Vater liebt seine Kinder alle bedingungslos gleich.

Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?
Ja, aus verschiedenen Gründen. Am Ende sind das auch immer Aspekte einer persönlichen Entwicklung. Mit Loggbok bin ich sehr zufrieden, auch die Mitgliedschaft bei UberBlogr motiviert mich, am Ball zu bleiben. In der Schlagzahl, die mir gut tut.

Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?
Neugier und Offenheit für technische Aspekte, das Auge für die kleinen Themen im Alltag (es muss nicht immer der große Leitgedanke sein), Austausch mit anderen Bloggern (UberBlogr ist eine ganz hervorragende Plattform, um ähnlich denkende Menschen zu entdecken) und Geduld mit sich selbst zu haben. Durchhänger sind natürlich, man muss nicht immer etwas zu sagen haben. Bloggt nicht aus Zwang, sondern aus Freude.

Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?
Pläne bedeuten am Ende immer Festlegung. Für mich funktioniert Bloggen so nicht, es ist ein kreativer Prozess. Das inkludiert für mich nicht nur das Schreiben, sondern auch die technische Basis, das Design und alle anderen Aspekte. Bei mir entstehen solche Veränderungen spontan bzw. aus einer Kulmination von Überlegungen, jetzt doch dieses oder jenes endlich mal zu ändern. Mir ist aktuell Reduktion aufs Wesentliche immer noch sehr wichtig, daher werde ich nur Dinge implementieren, die einer eher minimalistischen Grundidee folgen. Und zwar dann, wenn mich der Hafer sticht.

Vielen Dank Herr Tommi für die Fragen!

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