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17.10.2024

So langsam vergegenwärtigt sich uns allen, dass das Jahr nun in die Endphase einbog. Das Laub nimmt andere Farben an oder wirft sich schon in ersten Chargen ab, die Temperaturen senken sich und die Tageslichtphasen verkürzen sich immer stärker. Heißgetränke mit Kürbiszusatz verkaufen sich trendgemäß, der goldene Oktober wird gelebt. Man könnte eingehen vor Gemütlichkeit.

Mir kann der Jahresausklang gar nicht schnell genug gehen. Speziell die Jahresmitte war so kräftezehrend, dass ich mich in die letzten zehn Wochen eher schleppe als diese energisch zu bestreiten. Gerade in einer Phase wie jetzt, in der etwas Tempo rausgenommen scheint, spüre ich eine Ermüdung - körperlich und mental. Im Spiegel sieht man das deutlich, die Augenringe sprechen mich hämisch an und im Bart tummeln sich weiße Haare. Die Schläfen wirken auch etwas farbloser, 2024 hat Spuren hinterlassen. An mir, in mir. Und auch an und in denen, die mir am Liebsten und Nächsten sind.

Sich ins neue Jahr sehnen hielt ich immer für eine sentimentale Verblendung. Es wird ja nicht automatisch alles besser, weil die Jahreszahl sich um einen Wert erhöht. Der Realist in mir hat diese Geisteshaltung immer mit Skepsis beäugt. Für den kommenden Jahreswechsel bin ich jedoch bereit, diesem Denken eine Chance zu geben. Gar nicht aus einer supi-dupi-Mindset-Überlistung heraus, sondern weil ich einen Abschluss mit den Dingen brauche, die mir, die uns dieses Jahr so zugesetzt haben. Chancen für eine Reflexion, Hoffnung auf einer Erleichterung in den Themen. Etwas mehr Gelassenheit, weil nicht gleich sofort Eskalationsgefühle durch den Kopf spuken.

Ich habe nicht die Erwartung, dass mit dem 1.1. gleich alles gut wird. Das wäre auch eine vermessene Anspruchshaltung. Ich hätte einfach nur gerne das Gefühl, dass sich das kommende Jahr mehr gestalten lässt. Und wann lässt sich das besser fühlen als zum Jahresbeginn? Eben! Deswegen: 2024, bitte rausche weiter so durch wie bisher - ich habe nichts dagegen.

11.10.2024

Das Gefährliche an eigenen Websites und besonders Blogs ist ja, dass man nie zufrieden ist. So geht es mir jedenfalls. Immer wieder gibt es Elemente, die einem verbesserungswürdig ins Auge stechen. Manchmal sind es einfach nur kleine Dinge, die es zu korrigieren gilt. Zuletzt betraf dies:

  • Hintergrundfarbe (jetzt wieder ein dunkles blaugrau, auch bekannt als “Bunker”)
  • Linkfarbe (“Candlelight”)
  • Verwendete Schriftart (TwCen MT, ich mag diese 1920er-Optik)
  • Stärkere Herausstellung der UberBlogr-Verlinkungen (farbliche Absetzung, in eigene Zeile überführt)

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass das Design Leser:innen langweilen könnte. Immerhin ist das ja auf dem ersten Blick Textwüste und wenig Bild. Mein Medium ist aber eher das geschriebene Wort und am Ende mache ich das hier ja vor allem für mich. Wer das auch lesen mag, ist herzlich willkommen - muss aber damit leben, dass das hier so aussieht, wie es aussieht. Das E/N-Prinzip gilt halt auch für Designs. 😉

Als Mitte der Achtziger Geborener sind mir natürlich alle popkulturellen Trends der 90er sehr gegenwärtig, dazu gehört auch Wrestling. Erste Berührungspunkte hatte ich damals noch in Urlauben bei meinen Bruder, wo im Fernsehen über Satellit damals noch die amerikanische Fassung von Cartoon Network und dann abends auf TNT umgeschaltet wurde, wo “WCW Monday Nitro” lief. Relativ schnell erfuhr ich aber auch von der damalig noch WWF heißenden Konkurrenz und war leibhaftiger Augenzeuge der Attitude Era. Mit der Zeit verlief sich das Interesse aber und flackert nur noch sporadisch immer wieder auf.

Eine Konstante in der Wrestling-Welt war für über 40 Jahre Vince McMahon, der die Liga seines Vaters per Management-BuyOut übernahm und den Siegeszug des Kabelfernsehens in den USA als seine große Chance begriff. In der Tat hatte er auf das richtige Pferd gesetzt und aus einer fragmentierten Landschaft voller Regionalligen ein milliardenschweres Fast-Monopol geschaffen, in dem er und auch nur er das Sagen hatte. Dabei ging er nicht zimperlich vor - gegen die Konkurrenz, gegen seine Angestellten und auch nicht gegen die Familie. All das zeigt die seit letzten Mittwoch auf Netflix publizierte Doku in sechs Teilen.

Tenor ist die Geschichte eines in der Kindheit schweren Bedingungen ausgesetzten Menschen, dessen Vater ihn nach 14 Jahren doch unter seine Fittiche nimmt und von ihm den Geschäftssinn lernt, mit dem er aus der WWWF erst die WWF und dann unter dem Namen WWE das Unternehmen macht, das heute eine gelddruckende Produktion auf höchstem Niveau ist. Doch der Aufstieg ist gesäumt von Skandalen, McMahon macht einen schwierigen Eindruck, wirkt teilweise gar angeschlagen. Am Ende windet er sich doch aus jeder Schwierigkeit raus und steht da - als wäre nichts passiert. Als hätte es die Einschläge nie gegeben oder er hätte damit nichts zu tun.

Doch irgendwann ist es der Skandal zu viel, der McMahon mit 77 Jahren zum Rücktritt zwingt. Er kommt zwar nochmal zurück, um den Verkauf seiner Firma zu vollziehen. Dann gibt es neue Vorwürfe, Klagen auf Bundesebene und den endgültigen Rücktritt. Dabei verliert er die Sympathie vieler Menschen und offenkundig auch die seiner Kinder. So bleibt am Ende das Bild eines Getriebenen, der nur für seine Firma lebte und nun diesen Lebensinhalt verloren hat.

Vieles in der Doku ist den Wrestling-Interessierten bekannt, Außenstehenden wird das Ausmaß der Skandale und Vorwürfe erschreckend vorkommen. McMahon selbst hat die Doku in einem Statement als unausgewogen kritisiert, es würde ein falsches Bild von ihm gezeichnet. Es passt nicht in seine Selbstwahrnehmung, dass die Doku wie eine Niederlage im Ring endet - Vince ist in seinem Leben immer irgendwie zum Sieger geworden. Genau diese Wahrnehmung wird gebrochen. Und das völlig zu recht. Produktion und Aufbau sind gut und stimmig, inhaltlich ist es an einigen Stellen etwa schwammig. Trotzdem eine solide 7/10.

27.09.2024

Gestern war der erste Herbstag, der Licht am Schreibtisch erforderte. Und das bis zur Mittagsstunde. Wir haben erst Ende September, für solch Trostlosigkeit bin ich noch nicht gewappnet. Heute ist es schon deutlich besser wenn auch sehr windig. Für die Katzen neigt sich die Terrassensaison trotz aller inneren Widerstände dem Ende zu. Besonders der Kater kann nicht verstehen, warum wir dummen Menschen nicht einfach draußen die Heizung aufdrehen. Wenn er nur wüsste, was wir als Menschheit anrichten.

Entgegen früherer Beschlüsse experimentiere ich doch wieder mit Astro und ganz neu auf Empfehlung eines Freundes mit PhotoPea. PhotoPea ist ein Klon eines bekannten und sündhaft teuren Programms einer auf Kreativsoftware spezialisierten Firma - nur halt im Browser und umsonst. Für solche Grafik-Deppen wie mich reicht es vollkommen, damit konnte ich in den letzten Wochen sowohl für Kunden als auch für mich schöne Ergebnisse zaubern. Das erspart einem auch der ganze Bauchspeck, den GIMP so mit sich trägt.

Im Thüringer Wald gibt es eine bewaldete Felsenschlucht, bekannt unter dem Namen Finsteres Loch. Dieser Name kann nach den gestrigen Vorkommnissen im Landesparlament wohl getrost in einem größeren geografischen Rahmen gedacht werden. Dass es jetzt noch in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten gibt, die Verwunderung zur Schau tragen, ist sehr befremdlich. Ein ganzes Bundesland ist zum Zubruchtal geworden, zur völlig demontierten Kulisse eines demagogischen Schaustücks. Aber schuld ist ja nie jemand und wenn nur die Anderen.

Weil ja CDU-Fritze und sein Gefolge immer wieder über den Begriff Leitkultur sprechen, hier die endgültige Definition:

Die ultimative Leitkultur ist, andere Menschen vom Aufdrängen eigener Ansichten zu verschonen und sie einfach in Ruhe zu lassen. Die kommen nämlich selber hervorragend klar.

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