Ich fand den Jahresrückblick bei Stefan schon immer interessant, nachdem ich ihn auch bei Johannes sah, dachte ich mir, ich könnte ja auch mal mitmachen und habe mir aus dem Konvolut an Fragen, dass die beiden beantworten die mir passende Schnittmenge herangezogen. Zunächst war ich kurz unsicher, ob ich die Antworten auch veröffentlichen mag, da sie teilweise doch viel offenbaren. Aber all das war Teil unseren Jahres und gehört dazu, wenn ich diesen Rückblick ernsthaft meine.
2024 war für mich, für uns ein ausgemachtes Negativjahr mit viel Emotionalität und Ungewissheit. Wir sind noch längst nicht über den viel zitierten Berg, Geduld und Vertrauen sind unsere härtesten Lehrmeister. Auch beruflich war es teils turbulent. So richtig stabil wurde es erst ab Oktober, im Dezember kam dann das kleine Weihnachtswunder namens Herz statt Merz dazu. Stack Overflow als Dauerzustand, ständig gab es was zu tun oder entscheiden. Und damit ist noch kein Mü Weltgeschehen einbezogen. Am Ende gab es aber auch viele kleine Glanzlichter, in diesem Jahr so nachhaltig geloggt, dass ich den Rückblick zu Wege bringen konnte. Auch das ist ein Erfolg.
An dieser Stelle euch allen einen guten Rutsch und ein fantastisches 2025, vielen Dank für eure treue Leserschaft und auch das Feedback. Gerade in diesem Jahr war dieses gemeinschaftschaftliche Gefühl dank UberBlogr, dem Fediverse und eben HsM eine Wohltat. Mein Ziel ist es, noch regelmäßiger zu bloggen und damit Personal Media in meinem 40. Lebensjahr noch stärker zu fokussieren. Und damit rein in den Fragebogen:
Zugenommen oder abgenommen?
Die Waage ist kaputt, kein Witz.
Haare länger oder kürzer?
Ich gehe seit diesem Jahr wieder zu einem Friseur, um der Liebsten nach vier Jahren Home-Hairstyling eine Entlastung zu verschaffen. Seitdem definitiv wieder kürzer.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ist das eine 3 oder eine 8? Irgendwas passiert da gerade bei mir und ich mag es nicht.
Mehr bewegt oder weniger?
Mehr, speziell im Sommer und im Dezember-Urlaub riss ich viele Kilometer. Fantasy Hike half mir durch Gamification-Feeling.
Mehr ausgegeben oder weniger? Die teuerste Anschaffung?
Am Ende hin ging das Jahr dank einer unerwarteten Großzügigkeit gut aus. Teuerste Anschaffungen waren der Ersatz zwei zertretener Glasscheiben und der neue Laptop des Sohnes.
Das leckerste Essen?
Sorry, aber Käsespätzle sind auch 2024 unangefochtene Spitze gewesen.
Getränk des Jahres?
Deit Pink Grapefruit. Und der Abril Grauburgunder, Jahrgang 2021.
Erkenntnis des Jahres?
Das Leben geschieht, während man eigentlich andere Dinge vorhat.
Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Der Kauf des Röhrenradios und das damit verbundene Glück sowie die spontane Entscheidung, bei Herz statt Merz mitzumachen.
Schlimmstes Ereignis?
Die Erkrankung unseres Sohnes mit all der Hilflosigkeit, die wir im Mai und Juni verspürten. Wir sind immer noch in der Verarbeitung des Erlebten verhaftet.
Schönstes Ereignis?
Die spontane Jahrestagfeier in Lüneburg am Stint bei Pizza, Aperol Spritz und Bier. Zu dem Zeitpunkt war das gefühlt wie ein Jahresurlaub von all der Bekümmertheit der vorangegangenen Wochen.
Stadt des Jahres?
Lüneburg war dieses Jahr Dreh- und Angelpunkt.
Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner Liebsten. Und den Katzen.
Erfreut haben mich?
Viel Verständnis und Zuspruch, gute Gespräche über Mastodon, dass man aus politischer Lethargie erwachen und etwas bewegen kann bei einem gleichzeitig vorherrschenden Gefühl von Gemeinschaft.
Welche drei Erlebnisse haben dieses Jahr besonders geprägt?
Die Erkrankung, Herz statt Merz, das etwas andere Kundenprojekt.
Drei Dinge, die es im kommenden Jahr viel häufiger geben sollte?
Ausgleich, Genuss, Momente des Glücks.
Träume gelebt? Wünsche erfüllt?
2024 war kein Jahr für große Wunscherfüllung.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Materiell der Aquarellkasten zu Weihnachten für die Liebste. Emotional füreinander da gewesen zu sein.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Das Buch von Wittgenstein und die Peanuts Christmas-Platte, beides von der Liebsten. Emotional jedes gute Wort in diesem Jahr.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt oder mir geschrieben hat?
“Es ist auch Ihr Leben!“ | “Papa!“ | “Du bist ein Sympathieträger.”
Wofür bin ich in diesem Jahr besonders dankbar?
Dass es Menschen gibt, für die Zuhören kein leeres Wort ist.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Miteinander arbeiten funktioniert besser als gegeneinander.
Enttäuscht hat mich?
Dass die Menschheit offenbar lachend ins Verderben rennen möchte.
2024 zum ersten Mal getan?
Einen veganen Kuchen gebacken, aktiv Faslam gefeiert, einem Webring beigetreten, eine Vorsorgeuntersuchung vornehmen lassen, als Wahlhelfer beworden, eine Kiste Wein geordert, einen Sicherheitstoken in Hardwareform verwendet und einen Homeserver aufgesetzt.
Und was war sonst noch?
Vollmachten, kleine Küchengeräte mit großer Wirkung, die Videokamera auf der Terrasse als Antwort auf Eierwürfe, die magere Ernte, der Biss von Katze 3, 16 km Fußmarsch auf der OMR, die Hernie und der gebrochene Zeh, Calls um 8 Uhr, die Rückkehr des Besucherkaters, smashed potatoes, die Todesnachricht durch Googlen, der Knick im Kalender, unzählige positive Verhaltensupdates bei Katze 3, die Kiste Bier zum Geburtstag, der neue Arbeitsrechner und die Entdeckung von Nextcloud.
Vorherrschendes Gefühl 2024?
Ratlosigkeit.
2024 war mit einem Wort?
Überfordernd.