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Heute Morgen nervte mich schon wieder ein Umstand, der einen äußeren Ursprung hat, aber uns beeinflusst. Vermutlich hat sich das im Tagesverlauf schon wieder geklärt. Nervig ist das Thema trotzdem. Und mit der ihr eigenen pragmatischen Orientierung sagte die Liebste “Wir schaffen das schon!”. Einen Satz, den sie in solchen Lagen sagt. Der aber auch immer eintritt und offenbart, wie verlässlich ihre Zuversicht ist. Ich bin sehr dankbar, dass sie die Frau ist, mit der ich mein Leben teilen darf.

Ich erwähne es ja hin und wieder: UberBlogr wächst sehr erfreulich und zeigt, wie Vernetzung auch im offenen Internet möglich ist. Eines der frisch neu “zugezogenen” Mitglieder ist Herr Tommi, der mit einer Blogparade uns alle dazu animierte, unseren Blogging-Habitus zu reflektieren. Finde ich gut, daher mache ich auch mit und stelle mich dem Verhör. 😉

Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?
Mein erstes Blog entstand in der Hochphase des Web 2.0, als das Führen eines Blogs en vogue war. Für mich ist Bloggen ein Prozess des lauten Denkens. Gedanken auszuformuliert zu publizieren hilft mir, Strukturen im Denkprozess zu bewahren.

Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog und warum hast Du Dich dafür entschieden?
Seit Anfang des Jahres nutze ich Hugo. Ich mag Static Site Generators, sie sind leicht und ermöglichen viel Kontrolle.

Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?
Oh ja, da gab es Einige. Joomla, WordPress und Jekyll.

Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?
Die Blogposts entstehen lokal, ich schreibe direkt im Editor. Dafür ist das für meine Zwecke völlig überdimensionierte VSCodium mein Vehikel der Wahl. Wenn ein Blogpost etwas länger braucht (Gedanken benötigen manches Mal ihre Zeit), benutze ich Joplin als Zwischenspeicher. Das kommt aber sehr selten vor.

Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?
In dem Moment, in dem ich den Editor öffne. Meist gibt es einen Gedankenimpuls und dann entsteht der Text in einem Fluss. Ich schreibe selten besonders lange Texte, daher ist der Zeitraum zwischen Anlegen der Markdown-Datei und der Publizierung nicht unbedingt groß.

Veröffentlichst Du Deine Texte sofort oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?
Recht unmittelbar. Je länger ein Text liegt, desto zweifelhafter finde ich ihn.

Über welche Themen schreibst Du generell?
Über Themen, die mich und mein Umfeld unmittelbar betreffen. Das kann eine persönliche Empfindung sein, genau so kann aber auch die örtliche Nahverkehrssituation Gegenstand eines Posts werden. Das Kriterium ist immer, ob mich das Thema genug “kitzelt” und ob ich dazu etwas zu sagen habe.

Für wen schreibst Du?
In erster Linie ist dieses Blog eine Form von Output für mich. Dinge, die sich nicht in 500 Zeichen auf Mastodon differenzieren lassen, sondern der bewussteren Auseinandersetzung bedürfen. Das macht den Kreis potenzieller Leser:innen vielleicht enger, es gibt sie aber und ich erhalte sehr bestärkendes Feedback von ihnen. Das freut mich sehr, die die Texte ja einer sehr subjektiven Petrischale entstammen. 😉

Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?
Ein guter Vater liebt seine Kinder alle bedingungslos gleich.

Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?
Ja, aus verschiedenen Gründen. Am Ende sind das auch immer Aspekte einer persönlichen Entwicklung. Mit Loggbok bin ich sehr zufrieden, auch die Mitgliedschaft bei UberBlogr motiviert mich, am Ball zu bleiben. In der Schlagzahl, die mir gut tut.

Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?
Neugier und Offenheit für technische Aspekte, das Auge für die kleinen Themen im Alltag (es muss nicht immer der große Leitgedanke sein), Austausch mit anderen Bloggern (UberBlogr ist eine ganz hervorragende Plattform, um ähnlich denkende Menschen zu entdecken) und Geduld mit sich selbst zu haben. Durchhänger sind natürlich, man muss nicht immer etwas zu sagen haben. Bloggt nicht aus Zwang, sondern aus Freude.

Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?
Pläne bedeuten am Ende immer Festlegung. Für mich funktioniert Bloggen so nicht, es ist ein kreativer Prozess. Das inkludiert für mich nicht nur das Schreiben, sondern auch die technische Basis, das Design und alle anderen Aspekte. Bei mir entstehen solche Veränderungen spontan bzw. aus einer Kulmination von Überlegungen, jetzt doch dieses oder jenes endlich mal zu ändern. Mir ist aktuell Reduktion aufs Wesentliche immer noch sehr wichtig, daher werde ich nur Dinge implementieren, die einer eher minimalistischen Grundidee folgen. Und zwar dann, wenn mich der Hafer sticht.

Vielen Dank Herr Tommi für die Fragen!

13.02.2025

Unser Kennenlernen war eigentlich gar kein Kennenlernen. Die ersten drei Tage nahm ich dich nur als Schatten oder schnell verschwindendes Stück Katzenschwanz wahr. Ich hegte schon den Verdacht, dass du gar nicht existiertest und meine neue Freundin mir etwas vorgeflunkert hätte. Dann tauchtest du aber auf und zeigtest mir, dass ich für dich ein Eindringling sei. Schließlich habe ich vier Jahre Idylle zwischen dir und der Frau aufgebrochen, mit der ich nun auch Zeit verbringen wollte.

Etwa anderthalb Jahre währte diese Gewöhnungsphase, ich habe mich bemüht, in dieser Zeit nicht zu aufdringlich zu dir zu sein und ließ mich von dir auch verdreschen, wenn du auf dem Kratzbaum oben lagst und Laune hattest. Irgendwann hast du aber verstanden, dass ich eigentlich auch ganz passabel bin und dann hatten wir eine sehr innige Bindung. Nie habe ich eine Katze erlebt, die man wie ein Kuscheltier in den Arm nehmen konnte. Das war dein größtes Glück und dein Schnurren hallte durch die Wohnung.

Gesprochen hast du nicht so viel wie die Anderen, die später dazu kamen. Wenn man dein Treiben durch Anheben deines Körpers unterband, hast du wunderbar empört gemault. Früher hast du nach Verlassen der Katzentoilette mit einem phonetischen „Räum auf“ uns mitgeteilt, dass wir da was zu erledigen hätten. Ansonsten warst du eine Katze des Augenkontakts. Man hatte immer das Gefühl, dass du uns verstehst. Dass du uns bedingungslos liebst.

Mit den Jahren kamen gesundheitliche Probleme bei dir auf. Vor zwei Jahren dachten wir schon, wir müssten dich gehen lassen. Aber du hast die Prognose ignoriert und (wenn auch unter Beigabe von Medikamenten) bist bei uns geblieben. Auch wenn dir alles nicht mehr so leicht fiel, die Liebe hielt dich am Leben. In den letzten Wochen zeigte sich aber, dass Liebe allein eben doch nicht das Unausweichliche verhindert. Du konntest dich kaum noch allein bewegen, wir trugen dich durch die Wohnung für all deine Bedürfnisse. Die Phasen von Stärke wichen immer mehr der Schwäche. Gestern Nachmittag hattest du eine Atemnot, die du nicht mehr bewältigen konntest. Ich hatte schon die Tierärztin angerufen, aber dann hast du doch allein den ewigen Frieden gefunden.

Die Liebste hast du über 17 Jahre begleitet, seit sie dich mit Geschwistern unter einer Mülltonne entdeckte. Mich über 13 Jahre, ein Drittel meines Lebens. Keine Freundschaft zu einem Tier war so lang und intensiv für mich. Dich gehen lassen zu müssen ist eine unfassbar schwere Aufgabe für uns. Weil du einfach diese Konstante warst. Ein Fix- und auch Ruhepunkt in allen Lebenslagen, ob Glück oder Sorge. Wir hängen jetzt noch sehr an dir und können noch gar nicht ermessen, wie eine Zukunft ohne dich sein wird.

Was uns bleibt, ist einfach Danke zu sagen. Dafür, dass du da warst. Unser Leben so bereichert hast. Ein Charakter mit Ecken und Kanten warst, den man aber nur lieben konnte. Für deine Geduld mit uns und deine unendliche Liebe. Wir werden dich nie vergessen!

21.01.2025

In Zeiten wie diesen ist Tröstliches entscheidend fürs Gemüt. Meine Empfehlung ist sehr einfach, aber effizient.

When I find myself in times of trouble, Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be
And in my hour of darkness she is standing right in front of me
Speaking words of wisdom, let it be

Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be

And when the broken hearted people living in the world agree
There will be an answer, let it be
For though they may be parted, there is still a chance that they will see
There will be an answer, let it be

Let it be, let it be, let it be, let it be
There will be an answer, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be, be

And when the night is cloudy there is still a light that shines on me
Shinin’ until tomorrow, let it be
I wake up to the sound of music, Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be

And let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
And let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be

(McCartney/Lennon)

Die Überschrift klingt nach der klassischen Dreiecksbeziehung aus Filmen. In Wirklichkeit geht es aber um die Technik des Blogs. Denn geneigte Leser:innen erkennen es gleich - hier sieht auf einmal alles anders aus. Und gefühlt lädt alles noch schneller. Da muss was getan worden sein.

Ausgangssituation
2022 richtete ich mein Blog auf Basis von Jekyll und einem Hosting bei GitHub Pages ein. Das hat bisher auch alles sehr gut funktioniert, es gab nur ein sehr praktisches Problem für mich. Das Hosting erfolgte eben über GitHub und nicht durch von mir kontrollierbare Infrastruktur. Speziell in den letzten Wochen entwickelte sich diese Tatsache zum latenten pain in the ass. Gestern stach mich der Hafer und ich suchte nach Wegen, das zu verändern.

Eine Serie von Fuckups
Da Hemlock anscheinend noch nicht alle Abhängigkeiten von Jekyll installiert hatte, startete ich also frohen Mutes die Konsole. Der Prozess war an sich schon geübt. Was dann geschah, war aber für mich sehr unerwartet. Im Terminal reihte sich Fehler an Fehler, scheinbar lauerte an jeder Stelle der intrisische Widerstand gegen mein Ansinnen. Ich wälzte Anleitungen auf Stack Overflow, kopierte und rannte wieder mit dem sprichwörtlichen Kopf gegen die Wand. An einem sehr konkreten Punkt muss ich etwas im Prozess sehr falsch gemacht haben und konnte es nicht mehr reproduizeren.

Die Lösung auf Umwegen
Die Entscheidung war relativ klar: Ich will nichts dauerhaft Kaputtes ins Internet stellen. Der Lösungsweg war allerdings verschlungen. Ich probierte verschiedene Varianten aus, auch WordPress stand sehr kurz zur Disposition. Allerdings gab mir allein der Upload von 85 MB das Gefühl, dass das nicht der richtige Angang für mich sein könnte. Relativ schnell stellte ich fest, dass mir auch operativ das viel zu viel Klimbim sei.

Heute morgen fiel dann mein Blick auf einen Ordner namens “hugoblog”. Ende November hatte ich nämlich bereits begonnen, mit Hugo eine neue Variante meines Blogs zu erstellen. Ich war auch relativ weit gekommen, wegen der für mich damals noch unlösbaren Aufgabe “Deploy auf meinen Webspace” habe ich das Ganze aber verworfen. Dabei ist das aber sehr einfach:

  • Inhalte in VSCodium erstellen
  • Im Terminal Projektordner öffnen und “hugo server” eingeben
  • In der lokalen Umgebung prüfen, ob alles gut aussieht
  • “hugo server” beenden und mit “hugo” den Build auslösen
  • Den Build auf meinen Webserver ablegen

Das ist alles. Klar ist das noch automatisierbar. Aber jetzt gerade fühlt es sich noch gut ausführbar an. Mein Build wiegt gerade 20 MB, das ist gemessen an anderen Blogs ein Bruchteil. Vor allem laufe ich endlich auf dem Space, für den ich schon lange zahle und in den letzten Jahren nie nutzte. Weil ich gelinde gesagt zu blöd war. Das ist vorbei.

Was das mit Rocinante zu tun hat
Naja, so heißt das Theme von Sid Verma, welches ich nutze. Ich habe gefühlt kaum Dinge angepasst, dafür jetzt wieder richtigen Light & Dark Mode. Also wenn eure Browser das mitteilen.

Fazit
Ich bin erleichtert, alles läuft super schnell und demnächst gibt es auch wieder eine Suche. Ansonsten gilt wie immer: Das folgt hier dem E/N-Prinzip und Fehler werden korrigiert, wenn ich mich danach fühle. Never change a winning attitude!

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