‹ Loggbok

Unsere Zukunft brennt

28.06.2026

Ende Juni, sämtliche bisherigen Temperaturrekorde werden in den Schatten gestellt (vermutlich geht es ihnen dort besser als uns) und die richtigen Sommermonate Juli und August liegen noch vor uns. Das ist keine Utopie, das passiert gerade. Parallel erzählt mir ein Geschäftskontakt aus Istanbul, dass es bei ihr gerade kühler sei als sonst üblich zu dieser Zeit. Klimatische Verschiebungen passieren mit einer Beiläufigkeit, als ginge uns das alles nicht an. Als hätten sie keinen Einfluss auf uns und unsere Umwelt.

Früher war es ja auch schon heiß, nicht wahr? Aber so heiß, dass überall Straßendecken platzen, Gleise sich biegen und der Großteil der Kommunen zur sparsamen Wassernutzung rät? Vermutlich nicht. Diese Woche hat eindrücklich bezeugt: Wir sind nicht für die Folgen unseres Verhaltens bereit. Unser Egoismus hat Konsequenzen und die bekommen wir mit derartiger Macht zu spüren, dass wir uns tagelang wie geprügelte Hunde fühlen, nachts kaum ein Auge zubekommen und am nächsten Tag um halb elf bei der Arbeit nicht mehr richtig denken können. Ist scheiße, oder?

Ja, aber das haben wir zu verantworten. Und weil wir den Hals nicht vollbekommen, wird es so weitergehen. Um daran was zu ändern, müssten wir unser Verhalten kollektiv anpassen. Aber das ist ach so unbequem. Und haben wir nicht diese Freiheit, die uns alles zu tun erlaubt? Wo kämen wir denn hin, wenn wir freiwillig auf etwas verzichten würden? Ich sage es euch: In eine Zukunft, in der man gut leben kann. Ohne zusehen zu müssen, wie in den Krankenhäusern und Pflegeheimen Menschen wegen mangelnder Kühlung sterben. In der Schüler:innen vernünftig lernen können, ohne dass ihr Hirn zur ersten großen Pause einem Eintopf gleicht. In der wir Innenstädte so gestalten, dass Mensch und Tier sich dort aufhalten können, ohne gleich in Lebensgefahr zu geraten.

Wir hätten sie in der Hand, die Löschdecke für unsere Zukunft. Wir müssten sie nur benutzen. Damit es nicht mehr brennt.

Worauf warten wir eigentlich?