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Einige Mitglieder:innen aus dem UberBlogr-Kosmos verfolge ich sehr gern, dazu gehört auch Konstantin. Seine konzeptionelle, sehr stringente Denkweise zieht sich durch seine Notizen, die Themen finde ich immer hochgradig interessant. Wer noch nicht vorbei geschaut hat, bitte unbedingt nachholen - unbedingte Empfehlung.

Gestern schrieb Konstantin über v0.dev, ein Tool für die KI-generierte Erstellung & Konzeption von Websites. Geneigte Leser:innen kennen meinen Kritizismus in Sachen KI, die Art und Weise wie Konstantin über v0.dev schrieb, war aber ermutigend. In dem Sinne, es doch mal selbst zu versuchen:

Endlich ein Tool, das annähernd so schnell ist, wie ich denken kann, insbesondere, was Flows und Interaktionen angeht. Mit Figma (oder irgend einem anderen Layout-Tool) bin ich leider zu langsam. Mir war gar nicht bewusst, wie mich das frustriert hatte, bis zu dem Erlebnis mit v0 heute.

(Konstantin in seiner Notiz)

Beim Einstieg stieß mir gleich ein Aspekt etwas nervig auf, die Notwendigkeit eines Vercel-Logins für die Nutzung. Ich war mir nicht sicher, ob ich meinen in meiner Minimalismus-Attacke Anfang des Jahres beerdigt hatte - scheinbar aber nicht. Dann fiel mir aber nach dem Login gleich auf, dass ich im Falle einer Publizierung gar nicht an Vercel gebunden sei, sondern das auch woanders könne. Damit war der aufkommende Ärger gleich gedeckt.

Aber was wollte ich denn jetzt denken? Mir fiel ein, dass meine Hauptdomain ja eigentlich schon immer brach lag und ich die Umleitung zu LinkedIn ebenso längst ad acta gelegt hatte. Also gab ich in den Prompt Folgendes ein:

I want to create a simple landing page introducing Denis Scollie, a digital marketing professional with 13 years of experience.

Keine Designvorgaben, kein Schnick-Schnack. Einfach plain, so wie ich auch gerne bin und denke. v0 dachte vier Sekunden nach und zauberte dann eine Seite auf Basis von Astro, die mich auf zwei Ebenen beeindruckte: Sie war simpel und schick und vor allem: Der Code ist brauchbar, er ist auf das Nötigste reduziert. Keine aufgeblähte Grütze, sondern einfach und nachvollziehbar. Mit Vorschlägen kann die Seite noch beliebig erweitert werden, z.B. eine Testimonials- oder Portfolio-Sektion. All das in Kürze gebaut, schon sehr faszinierend.

Die Seite selbst werde ich vermutlich nicht nutzen, mein Anspruch ist es, sie selbst zu machen. Aber allein die Möglichkeit, das mal eben zu denken und daraus Inspiration für die tatsächliche Seite zu ziehen, finde ich wertvoll. Es ist echt ein Gamechanger verglichen zu Figma und vergleichbaren Tools.

Warum ich das alles schreibe? Ich hatte gestern Konstantin eine Mail geschrieben und meine positiven Eindrücke in Kurzform geschildert. Seine Antwort darauf enthielt folgenden Satz:

Vielleicht berichtest Du in Deinem Blog über Deine Erfahrungen :-)

Hiermit erledigt, danke für die Anregung!

Ihr erinnert euch ja an diesen Nescafé-Spot (von 1992, WTF?!), in dem ein Italiener mit Cappucchino und entwaffnendem Charme einer aufgebrachten Dame angesichts ihres Parkplatzproblems lächelnd erklärt, dass er gar kein Auto habe? So fühle ich mich gerade. Aber der Reihe nach.

Drüben erzählt Holger von einem mäßig erfolgreichen Angriff auf sein Blog, welches auf WordPress fußt. Ist auch schon wieder alles gut, der alphathiel hat das mal eben geregelt. Jedenfalls ergab es der Zufall, dass ich gestern im Backend meines Hosters unterwegs war und dabei auch auf die Statistiken des Webspaces stieß, die ich sonst nie begutachte. Mich tangiert halt nicht, wie viele ihr seid und was ihr hier lest. Ich freue mich über jeden Besuch.

In der Kategorie nicht erfolgreicher URL-Zugriffe stieß mir ein Aufruf bei Loggbok auf, bei dem ein gewitzter Mensch immer wieder versucht (und das seit Monaten), eine WordPress-assoziierte JavaScript-Datei aufzurufen. Vermutlich um damit Blödsinn zu treiben. Es gibt dabei aber ein essenzielles Problem - also für den URL-Aufrufer. Ich habe gar kein WordPress.

Man muss sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen, las ich mal. Vielleicht ist mein Angreifer auch sehr glücklich, ich kann es nur hoffen. Oder er hat ein Skript, in dem meine URL eine Nummer im System ist. Dann wäre der persönliche Aufwand nicht so hoch. Hacking soll ja auch Spaß machen, das wäre sonst ja kontraproduktiv. Wie auch immer, hier meine Botschaft an Mr. X.:

Ich habe gar kein WordPress. Und jetzt gibt es Latte Macchiato.

Huch, lange hier nichts passiert. Ich war mit dem Leben beschäftigt, unter Anderem den Übergang in eine neue Altersdekade. Dann war noch eine unsichere berufliche Situation, zwei Wochen Urlaub und eine Blitzeinbindung in die Parteiarbeit. Kurzum: Viel zu erleben, wenig Zeit und Muße für die Reflektion.

Mit Blick in die Blogosphäre habe ich in Teilen auch wenig verpasst. Es gab viel Content zum Thema, was denn ein Blog ausmache und was nicht. Ob Paraden dazugehören, ob KI Maßstab sei und SEO janeinvielleicht. Geisterschiffe, während Google die AI Overview in Gang setzte und den Traffic mal eben kastrierte. Mich betrifft das nicht, Loggbok ist und bleibt ungelistet. Gewissermaßen sitze ich also wahlweise mit Tee oder einem kühlen Getränk auf einem Aussichtspunkt und begutachte das Treiben.

Viele der Diskussionen fand ich im Wesenskern ermüdend, sie erschöpfen sich im Formalismus. Der große Gewinn eines Blogs ist es doch, dass es ein eigener Vorgarten ist. Wenn ich Geranien schätze, pflanze ich diese ein. Wenn stattdessen ein Klettergerüst für den Nachwuchs entstehen soll, wird Fundament gegossen. Eben für den Abschnitt an Zeit, in dem ich das als zweckmäßig erachte. Konventionen sind nirgendwo einfacher zu hinterfragen, wir sollten uns diese Freiheit bewusst nehmen.

Stattdessen pieksen wir immer wieder in die gleichen Fragen, jede/r hat drei schlaue Sätze zu schreiben. Die gleichen sich aber von Haus zu Haus und bringen uns nicht weiter. Vielfalt gern, aber bitte in einem subjektiv gefallenden Rahmen. Als würden wir hier “the next big thing” bauen. Dabei sind Blogs Kleinstaaterei par excellence. Im Ergebnis zerreden wir uns diese Biotope. Es gibt einfach nicht genug Berg für die Propheten.

Persönlich lese ich die Blogs gern, die eben nicht der Konvention folgen. Von Autor:innen, die tun, was ihnen behagt und vielleicht eher dokumentieren als für die Öffentlichkeit schreiben. Es ist wohltuend, wirklich Inhalte zu lesen und nicht durch die Form abgelenkt zu werden. Das ist aber meine persönliche Vorliebe. Und wie meine gibt es zig weitere Einzelmeinungen. Wir werden nicht auf einen Nenner kommen, lasst uns agree to disagree als positive Empfindung verstehen. Dann kommen wir auch mit der Menge an Berg klar.

24.04.2025

Momentan beschleicht mich wieder das Gefühl, dass irgendwie keine Sache so recht gelingt. Als hätte sich seit einem Jahr das Misfortune an die Fersen geheftet. Daraus immer wieder positiv heraus zu gehen, neuen Dingen eine Chance geben - all das ist sehr anstrengend. Scheinbar geht es nicht nur mir so, gestern las ich von einer Studie über die Zufriedenheit von Menschen. Spoiler: Es gibt eine deutliche Eintrübung. Die rührt gar nicht aus dem her, was die Politik als Ursachen eruiert. Sondern eher aus dem, was als Lösungen angestrebt wird.

Nachrichten konsumiere ich nur noch sehr dosiert, ich kann ja nicht den ganzen Tag auf die offenkundige Verirrtheit von Verantwortlichen reagieren. Mir fehlt eher ein Anker der Positivität. Eine Erkenntnis, die mich schon länger begleitet. Dass man auf regelmäßiger Basis mal ein paar Stunden aus dem Alltag ausbricht. Aber so sehr ich auch überlege: Mir fällt nichts ein, was dieses Kriterium erfüllt und mir Spaß bereitet. Stattdessen flüchte ich mich in fixe Ideen, die dann auch scheitern. Das hat natürlich wieder Einfluss auf meine Laune. Und die Anderer.

Vermutlich muss ich mich einfach überwinden, einfach mal den sauren Apfel verspeisen und aus der Komfortzone geraten. Aber ob es “draußen” frustfreier sein wird? Ich weiß es nicht. Und dieser Zweifel hat es sich in mir bequem gemacht. Am Ende ist es eine reine Nervensache, ich selbst gegen bzw. für mich. Kann ja nicht so schwer sein.

09.04.2025

Heute bin ich über die aktuelle Folge Realitätsabgleich (WRINT) gestolpert und hörte Holgi & Toby über Eskalationen im Privaten sprechen. Dabei sprach Holgi einen Gedanken an, der mich packte. Es gibt die Micro- (die private) und die Macro-Umgebung (das Weltgeschehen), in denen beiden ideal “Ruhe” herrscht. Sollte eines mal unruhig werden, hat man im Zweifel immer noch das Andere als Ausgleich. Was passiert aber, wenn in beiden Umgebungen dauerhaft disruptive Ereignisse eintreten und man nur noch getrieben ist?

Für mich war die Folge sehr heilsam, weil es wieder den Horizont dafür öffnete, dass es auch anderen Menschen so geht wie mir. Man blickt auf das Weltgeschehen und sieht in Vielem nur noch Irrsinn. Die Ratio weicht der Gier und kurzfristigen Perspektiven. Im Privaten gibt es bei einigen Menschen mehr, bei anderen weniger Einschläge härterer Art. Aber wenn ein fragiles Micro auf ein volatiles Macro trifft, kracht es. Und das nicht zu knapp.

Im Leben sind wir alle Amateure, mit zunehmenden Alter erfasse ich das immer mehr und gleichzeitig will ich immer weniger mit der Welt da draußen zu tun haben. Jedenfalls mit der Oberflächlichkeit, mit der Verirrung in falsche oder nicht vorhandene Werte. Gleichzeitig erfordert das Berufsleben, diese Spielchen zu einem gewissen Grad mit zu betreiben. Und das unabhängig von dem Beruf, den man ausübt. In meiner Branche ist das sicherlich ausgeprägter. Inzwischen (re)agiere ich da mit einer Distanz. Ich werde bald vierzig, ich muss nicht mehr jede Hürde überspringen.

Mit Augenmaß handeln ist die Devise. Das Micro ist viel unmittelbarer als das Macro. Das soll kein Plädoyer für den Rückzug ins Private sein. Aber am Ende kann ich nur das beeinflussen, was sich in meiner Reichweite befindet. Der Rest wird sich schon zurecht ruckeln. Wäre schön, wenn wir diesen Prozessen etwas mehr Raum gäben. Aber was weiß denn ich.

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