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Landtagsqualen

Am 09. Oktober ist es wieder soweit: Im langweiligsten Bundesland Deutschlands (Dietmar Wischmeyer w├Ąre jetzt stolz auf mich) d├╝rfen die Insassen (jetzt erst recht) zu den Urnen eilen. Ein neu besetztes Parlament und eine Landesregierung sind das erkorene Ziel der Veranstaltung. Zudem d├╝rfen wir nach acht Jahren auch wieder einen Landrat oder eine Landr├Ątin (mir ist aber nicht bekannt, ob der Amtsinhaber ├╝berhaupt mit Gegenwehr in Form einer anderen Kandidatur rechnen muss) w├Ąhlen. Macht nichts, die gelbe Tonne ist jetzt auch nicht das Projekt, mit deren Einf├╝hrung man sich nach einer Wahl profilieren m├Âchte.

Jetzt schon mein pers├Ânliches Highlight der Bem├╝hungen um Stimmen ist der CDU-Kandidat, der sich nicht zu schade ist, seinen Namen f├╝r einen modernen Altherrenwitz im Hashtag-Gewand und somit als Motto seiner Kampagne herzugeben: #bockauflandtag. Das Plakat ist ansonsten inhaltsleer, vermutlich wie die K├Âpfe hinter der Kampagne beim Ersinnen des Slogans und konsequenterweise auch das Programm. Weil der gemeine W├Ąhler vor Ort aber ein Gewohnheitstier ist, wird ihn auch das nicht schrecken. Bei meiner Antwort auf die Frage, wie eine Abwahlkampagne hei├čen k├Ânnte, kam auf vergleichbaren Niveau ein m├╝des #bockdown zustande.

Erstaunlich finde ich, wie langweilig die Plakate geworden sind. Gro├če Fotos mit belanglosen Slogans, dezent in den Farben und somit im Stra├čenbild v├Âllig untergehend taugt das Medium kaum noch zur Beeinflussung der Umworbenen. Provokativ sind einzig die Linken in ihrer Aussage, dass es um das Bildungssystem ├Ąhnlich wie um die sanit├Ąren Anlagen der Schulen st├╝nde. Vermutlich ist das inhaltlich richtig, ich habe aber keinen Anlass f├╝r einen Kontrollbesuch in einer nahgelegenen Bildungsanstalt. Jedenfalls nicht ohne von herbeigerufenen Ordnungskr├Ąften entfernt zu werden. Somit bleibt diese These unwidersprochen und das vermutlich der einzige Achtungserfolg der vom F├╝hrungsstreit zerriebenen und zuletzt erfolglosen Sozialisten au├čer Dienst.

Erfreulich ist, dass sich ein Freund dem Irrsinn stellen wird und ebenfalls zur Wahl um den Landtagssitz antritt. Er hat meine Stimme und hoffentlich auch die vieler anderer W├Ąhlerinnen und W├Ąhler sicher - auch wenn Hannover im Herbst sicher noch trostloser als unter Normalumst├Ąnden ist. Aber es muss ja jemand den Job machen und wenn ihn einer kann, dann er.

In diesem Sinne - Viel Gl├╝ck Jan!